Führungswechsel Metro-Chef Körber verliert sein Amt
Unklar ist allerdings, ob Cordes den Metro-Vorstandsvorsitz nur vorübergehend in Personalunion mit dem Aufsichtsratsvorsitz oder längerfristig bei einem Verzicht auf den Vorsitz des Kontrollgremiums übernehmen soll. Beim Duisburger Mischkonzern Haniel soll er angeblich weiter Chef bleiben. Die Metro wollte den sich anbahnenden Wechsel nicht kommentieren.
Hintergrund ist möglicherweise der stärkere Einfluss des Haniel-Konzerns bei Metro. Ende August hatte Haniel seinen Anteil an dem Handelsriesen von 18,6 auf 34,2 Prozent erhöht. Zusammen mit der Familie Schmidt-Ruthenbeck hält der Duisburger Mischkonzern nun 50,01 Prozent. Seither war auch über eine Neuausrichtung von Metro spekuliert worden.
In Aktionärskreisen wirft man dem seit 2001 an der Spitze des Konzerns stehenden Körber seit längerem vor, die Ertragsschwäche der Verbrauchermarktkette Real und der Kaufhäuser Galeria Kaufhof nicht in den Griff bekommen zu haben. In Analystenkreisen wird seit langem über eine mögliche Trennung der Verlustbringer spekuliert. Dass auf der anderen Seite die Cash-&-Carry-Großmärkte und der Elektrobereich mit den Marken Media Markt und Saturn unter dessen Führung sehr gut laufen, fiel dabei zunehmend weniger ins Gewicht.
Cordes, Jahrgang 1950, gilt als Sanierer. Von 1996 bis 2005 war er Mitglied des DaimlerChrysler-Vorstands. Zum 1. Januar 2006 wurde er Vorstandschef bei Haniel. Der Duisburger Mischkonzern mit 56.000 Mitarbeitern erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 28 Milliarden Euro und einen Gewinn von 870 Millionen Euro. Metro ist nach eigenen Angaben der weltweit drittgrößte Handelskonzern und erwirtschaftete 2006 mit knapp 264.000 Mitarbeitern in 30 Ländern einen Umsatz von knapp 60 Milliarden Euro und einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro.
mik/ddp