Führungswechsel Reithofer wird neuer BMW-Chef
Hamburg - Helmut Panke ist einfach zu alt, zumindest besagen das die internen Regeln bei BMW . Im August feiert der amtierende Konzernchef seinen 60. Geburtstag. Den Gepflogenheiten des Konzerns zufolge sollen Führungskräfte mit Erreichen dieser Altersgrenze ausscheiden. Auch Pankes Vertrag, der nächsten Mai ausläuft, soll deshalb entgegen der Gerüchte der letzten Wochen nicht verlängert werden, wie das "manager magazin" aus Konzernkreisen erfuhr.
Nachfolger des Vorstandschef soll der bisherige Produktionsschef Norbert Reithofer werden. Die Personalie werde voraussichtlich schon auf der morgen stattfindenden Aufsichtsratssitzung besiegelt, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Eventuell werde der neue Chef sein Amt sogar schon vorzeitig am 1. September antreten, erfuhr das "manager magazin". Ein Sprecher von BMW wollte dies gegenüber SPIEGEL ONLINE nicht kommentieren.
Reithofer hatte zuvor ebenso wie Finanzvorstand Stefan Krause auf einer Konzern-Veranstaltung indirekt gefordert, dass Panke nächstes Jahr abgelöst werden müsse. "Wenn eine Regel da ist, sollte man sich daran halten", sagte Reithofer. Nach SPIEGEL-Informationen hatte das Vorpreschen der beiden Manager bei den Aufsichtsräten zunächst für erheblichen Ärger gesorgt. Das Gremium fühlte sich so unter unnötigen Entscheidungsdruck gesetzt.
Panke hatte sich bisher trotz seines Alters Hoffnungen auf eine Vertragsverlängerung gemacht. "Ich bin gerne Kapitän", bekräftigte er erst vergangene Woche. Da BMW in diesem Jahr mit einem Gewinn- und Absatzrekord rechnet, hielten Kenner eine Ausnahmeregelung für möglich. Im Aufsichtsrat gab es jedoch keine größere Unterstützung dafür. Aufsichtsratschef Joachim Milberg habe Panke stattdessen schon vor einiger Zeit signalisiert, dass es keine Vertragsverlängerung geben werde, hieß es jetzt in Unternehmenskreisen.
Panke steht seit Mai 2002 an der Spitze des Autobauers. Zuvor war er unter anderem als Finanzvorstand für das Unternehmen tätig. Unter seiner Führung wurde die Produktpalette weiter ausgebaut.
Der Konzern nimmt den Wechsel an der Spitze nun den Konzernkreisen zufolge zum Anlass für einen größeren Umbau im Topgremium des Automobilherstellers, erfuhr das "manager magazin". Ausscheiden soll demnach auch der 60-jährige Entwicklungsvorstand Burkhard Göschel. Sein Ressort werde künftig geteilt, heißt es im Konzern. Klaus Dräger, bisher für die großen Modelle 5er und 7er zuständig, ist als neuer Entwicklungschef vorgesehen. Klaus Richter, der als Einkaufschef Göschel untergeordnet ist, soll ebenfalls in den Vorstand aufrücken. Als Nachfolger Reithofers für den Posten des Produktionsvorstands will der Aufsichtsrat offenbar Frank-Peter Arndt nominieren. Arndt leitet das BMW-Werk in Dingolfing.
ase/dpa