Führungswechsel Wulf von Schimmelmann wird Post-Aufsichtsratschef
Frankfurt am Main - Seine Benennung gilt laut "Financial Times Deutschland" als sicher: Wulf von Schimmelmann soll neuer Post-Aufsichtsratschef werden - vermutlich noch dieses Jahr. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, werde das Kontrollgremium darüber am 16. Dezember entscheiden.
Mit Schimmelmann drängt ein echter Post-Insider an die Spitze des Kontrollgremiums. Den Konzern kennt er seit über einem Jahrzehnt. Von Anfang 1999 bis Mitte 2007 war er Vorstandschef der Postbank und im Vorstand der Post. Seit August saß er im Post-Aufsichtsrat.
Schimmelmann gilt als enger Vertrauter von Ex-Chef Klaus Zumwinkel. Der soll laut Anklage der Staatsanwaltschaft mit Hilfe der Stiftung Devotion Family Foundation bei der Liechtensteinischen LGT-Bank Kapitalerträge in Millionenhöhe erzielt haben, die er dem Finanzamt verschwieg. Der ehemalige Top-Manager, war im Zuge der Steueraffäre als Post-Chef zurückgetreten. Am 22. Januar 2009 wird das Verfahren wegen Steuerhinterziehung gegen ihn eröffnet.
Schimmelmanns Vorgänger Jürgen Weber wollte laut "FAZ" bereits im Frühjahr den Vorsitz an Klaus Zumwinkel abgeben, konnte dies aber wegen dessen Steueraffäre offenbar nicht tun. Zudem habe ihn der neue Post-Vorstandsvorsitzende Frank Appel gebeten, länger zu bleiben.
Der Übergang auf Appel, der Verkauf der Postbank und die Reorganisation des Geschäfts seien so weit vollzogen oder auf den Weg gebracht, dass Weber sich jetzt auf andere Aufgaben konzentrieren könne, schreibt die Zeitung.
ssu/dpa/ddp