Fünf-Jahres-Plan: DIHK fordert den Super-Subbotnik - DER SPIEGEL
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Fünf-Jahres-Plan DIHK fordert den Super-Subbotnik

DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun regt an, alle deutschen Arbeitnehmer sollten in den kommenden fünf Jahren 500 Stunden umsonst arbeiten, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Ostdeutsche Bürger dürften sich an sozialistische Arbeitseinsätze, so genannte Subbotniks, erinnert fühlen.
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Berlin - "Ich plädiere für Vereinbarungen über 500 Stunden unbezahlte Arbeit, verteilt auf fünf Jahre", sagte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun der Tageszeitung "Die Welt". Dies würde die Arbeitskosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhöhen.

Nötig seien längere und gleichzeitig flexiblere Arbeitszeiten. Erforderlich sei keine starre 40-Stunden-Woche, sondern ein Korridor, der phasenweise höhere Arbeitszeiten ermöglichte. Die Forderung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) nach mehr Teilzeitarbeit für hoch qualifizierte und Besserverdienende lehnte Braun ab. "Es ist völlig unrealistisch, Ersatz für solche Leistungsträger kurzfristig auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu finden", sagte er.

IG-Metall-Chef Klaus Zwickel wies Brauns Vorschlag umgehend zurück und hält den Fünf-Jahres-Plan des DIHK-Vorsitzenden für eine offene Provokation: "Das ist Sprengstoff für die künftige Zusammenarbeit" sagte Zwickel am Freitag in Frankfurt am Main.

Braun in bester sozialistischer Tradition

Die Forderung nach einem groß angelegten, unentgeltlichen Arbeitseinsatz der Bevölkerung dürfte speziell für Menschen, die in der DDR aufwuchsen ein déjà vu sein. Erinnerungen an eine sozialistische Spezialität namens Subbotnik werden wach.

Das "Große Lexikon des DDR-Alltags" beschreibt den Subbotnik so:

Subbotnik: Arbeitseinsatz, erfunden in der Sowjetunion, während des Bürgerkriegs 1918/1919, abgeleitet von dem russischen Wort Subota (Samstag). Freiwillige Arbeitseinsätze dieser Art fanden stets an Samstagen statt und dienten unter anderem dazu Aufräum- und Flurreinigungsarbeiten in Wohngebieten oder auf Betriebsgeländen durchzuführen, aber auch Vereine bedienten sich dieses Mittels und schufen nicht selten Vereinshäuser oder Sportstätten für den Breitensport, vor allem in ländlichen Regionen.

Allerdings war die Teilnahme, gerade an Berufsschulen, nicht immer ganz freiwillig; wie bei der Teilnahme an der 1.-Mai-Kundgebung wurde sehr darauf geachtet, wer kam und wer ohne Entschuldigung fortblieb (Aus: Stefan Sommer, "Das große Lexikon des DDR-Alltags", Berlin 2002, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag).