Fusion: Aktionäre drängten Mannesmann zur Einigung - DER SPIEGEL
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Fusion Aktionäre drängten Mannesmann zur Einigung

Knapp zwei Stunden dauerte die Sitzung, dann war alles klar. Der Aufsichtsrat von Mannesmann hat am Mittag einstimmig die Fusion des Konzerns mit Vodafone AirTouch gebilligt. Offenbar haben die eigenen Aktionären den Konzern zur Fusion gedrängt.
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Düsseldorf - Bereits am Vortag sei abzusehen gewesen, dass eine knappe Mehrheit der Aktionäre für das nachgebesserte Vodafone-Angebot sei, erklärte Mannesmann-Chef Klaus Esser am Freitag. Nach seinen Angaben wurde seine Einigung mit Vodafone-Chef Chris Gent im Aufsichtsrat des Düsseldorfer Traditionskonzerns mit Verärgerung aufgenommen. Dennoch billigte das Kontrollgremium nach zweistündiger Sitzung einstimmig den Zusammenschluss zum viertgrößten Unternehmen weltweit mit einem Börsenwert von rund 700 Milliarden Mark.

Esser berichtete, im Gesamtkonzern werde der Name Mannesmann nicht mehr auftauchen. Bei Mannesmann-Arcor und Mannesmann D2 bleibe er aber erhalten. Konzernzentralen werden in Düsseldorf und Newbury sein. Er betonte, für die Beschäftigten von Mannesmann würden die Mitbestimmung sowie alle Sozialleistungen erhalten bleiben.

Das am Vorabend ausgehandelte Angebot sieht vor, dass Mannesmann an einem gemeinsamen Unternehmen 49,5 Prozent hält. Dem Umtauschangebot zufolge soll bis zum 17. Februar je eine Mannesmann-Aktie in 58,9646 Vodafone-Papiere eingetauscht werden. Das entspricht einer Erhöhung um rund fünf Prozent gegenüber dem letzten Vodafone-Angebot.

Esser sagte nach der Aufsichtsratssitzung, er werde bis zum Börsengang der Geschäftsbereiche Maschinenbau und Autozulieferung Vorstandschef bleiben. Im Anschluss daran werde er allerdings keinen "executive", also ausführenden Posten in dem neuen Konzern übernehmen, sondern als Vorstandsmitglied ohne Geschäftsbereich wirken. Später sei ein Aufsichtsratsposten im neuen Konzern für ihn vorgesehen.

Arcor und Infostrada bleiben im Konzern

Nach Mannesmann-Angaben wurde vereinbart, dass die Anteile an den Festnetztöchtern Arcor (Deutschland) und Infostrada (Italien) nicht verkauft würden. Damit werde die Strategie von Mannesmann - vor allem bei Datenprodukten und Telecommerce - fortgesetzt. Der britische Mobilfunkanbieter Orange, den Mannesmann erst vor kurzem erworben hat, muss aus wettbewerbsrechtlichen Gründen voraussichtlich verkauft werden.

Die Aktien von Vodafone AirTouch sind zum Handel mit amtlicher Notierung an der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen worden.