Fusion der Billigflieger: Air Berlin kauft dba - DER SPIEGEL
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Fusion der Billigflieger Air Berlin kauft dba

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft hat einen überraschenden Coup gelandet: Wie Air Berlin jetzt mitteilte, übernimmt der Billigflieger den Konkurrenten dba. Nun soll der Großangriff auf die Lufthansa gestartet werden.
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München - Zum Kaufpreis machte die Fluggesellschaft keine genauen Angaben. Air Berlin   werde dem Nürnberger Multi-Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl für dba einen Betrag im mittleren zweistelligen Millionenbereich bezahlen, teilte das Unternehmen lediglich mit.

"Wir konnten uns die Chance, unseren Wunschpartner zu gewinnen, nicht entgehen lassen", erklärte Air-Berlin-Chef Joachim Hunold den Coup. Die Streckennetze beider Gesellschaften ergänzten sich, Überschneidungen gebe es keine. "Wir können die innerdeutschen Verbindungen der dba problemlos in unser europäisches Netz integrieren und damit den Anteil an Geschäftsreisen deutlich erhöhen." Ein weiterer Vorteil seien die dba-Slots an den Flughäfen in München und Düsseldorf. An diesen Flughäfen hätte Air Berlin kaum noch aus eigener Kraft wachsen können. Synergie-Effekte sieht der Air-Berlin-Chef auch durch gemeinsamen Einkauf, im Ertragsmanagement und in der Logistik. Durch den Air-Berlin-Vertrieb werde der dba auch der Zugang zu 13.000 Reisebüros in Deutschland eröffnet.

Dba werde ein eigenständiger Teil des Unternehmens bleiben, sagte Hunold weiter. Die dba-Geschäftsführer Martin Gauss und Peter Wojahn würden das Unternehmen deshalb auch weiter leiten. Der Marktauftritt werde jedoch künftig unter Air Berlin erfolgen. So weit wie möglich sollen die Flugpläne schon für den kommenden Winter aufeinander abgestimmt werden. Ab 1. April 2007 soll es einen gemeinsamen Sommerflugplan geben. Man rechne 2006 zusammen mit rund 20 Millionen Passagieren.

Übernahme soll Air-Berlin-Ergebnis nicht belasten

Finanziell scheint das Unternehmen dazu gut gerüstet: Air Berlin wies im zweiten Quartal 2006 einen Umsatz von 401 Millionen Euro aus, im Vorjahreszeitraum waren nur 330 Millionen Euro umgesetzt worden. Das operative Ergebnis stieg auf 44,8 Millionen von 8,8 Millionen Euro. Unter dem Strich lag der Gewinn bei 30,1 Millionen Euro nach etwa 4,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Auch die Übernahme von dba werde das Air-Berlin-Ergebnis nicht belasten, hieß es. Der Kauf soll allein mit dem Geld finanziert werden, das Air Berlin beim Börsengang im Frühjahr eingenommen hat. Der Schritt an den Aktienmarkt hatte rund 200 Millionen Euro in die Kassen der Fluglinie gespült. Für 2006 sei deshalb mit einem "deutlichen Gewinn" zu rechnen, sagte Hunold. Das Management der dba habe das Unternehmen seit der Übernahme von British Airways profitabel nach vorne gebracht.

Air Berlin beförderte mit den 58 Maschinen des Unternehmens im vergangenem Jahr 13,5 Millionen Gäste und machte 1,215 Milliarden Euro Umsatz. Die dba beförderte den Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2005/2006 rund 4,3 Millionen Passagiere, verfügt über 29 Flugzeuge und erzielte mit 720 Mitarbeitern einen Umsatz von 404 Millionen Euro.

ase/AFP/dpa-AFX/ddp/Dow Jones/reuters