Fusion im Anflug - DER SPIEGEL
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LUFTFAHRT Fusion im Anflug

• aus DER SPIEGEL 29/2003
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In der europäischen Luftfahrtindustrie bahnt sich ein Zusammenschluss an, der die bestehende Hackordnung am Himmel stärker verändern könnte als die Liberalisierung der Verkehrsrechte vor mehr als sechs Jahren. Nach Aussagen von Branchenexperten stehen Air France und die niederländische KLM, Nummer eins und vier der Branche, vor einer engen Kooperation. Mittelfristig könnte die Zusammenarbeit sogar zu einer Fusion der beiden Gesellschaften führen. Ein KLM-Sprecher hatte Ende Mai noch dementiert, dass die finanziell angeschlagene Fluglinie sich bei der Suche nach einem Partner bereits für Air France entschieden habe. Nach wie vor verhandele man auch mit British Airways, hieß es damals. Insider berichten jetzt, die endgültige Entscheidung sei zu Gunsten der Franzosen gefallen. Beide Unternehmen haben bereits ein gemeinsames Expertenteam eingerichtet, das in den nächsten sechs bis acht Wochen feststellen soll, welche Einsparungen sich ergeben könnten, wenn die bislang noch konkurrierenden Airlines ihre Strecken untereinander abstimmen, einen Teil ihrer Bodendienste zusammenlegen oder Flugzeuge künftig gemeinsam einkaufen. Für die bislang in Europa auf Rang zwei und drei rangierenden Wettbewerber British Airways und Lufthansa hätte ein enger Verbund der Franzosen und Niederländer gravierende Folgen. Während die Lufthansa mit ihrem Partnernetzwerk Star Alliance derzeit rund 113 Millionen Passagiere pro Jahr befördert, brächten es Air France und KLM zusammen auf rund 120 Millionen und wären damit die unangefochtene Nummer eins in Europa.

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