Fusion von Compaq und HP: "Der Deal ist tot" - DER SPIEGEL
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Fusion von Compaq und HP "Der Deal ist tot"

Die größte Fusion in der Computer-Geschichte droht zu scheitern. Die Familien der Firmengründer William Hewlett und David Packard lehnen die Übernahme des PC-Herstellers Compaq ab.
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Los Altos - Die Sitzung war mit Spannung erwartet worden, ihr Ergebnis ist ein Todesstoß für die Mega-Fusion: Am späten Freitagabend (US-Zeit) entschied sich die Familienstiftung der Packard-Familie, der größte HP-Einzelaktionär, gegen die geplante Übernahme des PC-Konzerns Compaq.

Gründe teilte die Stiftung nicht mit. Andere Aktionäre, die ebenfalls die Fusion ablehnen, argumentieren, der Deal mit einem Wert von 25 Milliarden Dollar würde die Gewinne aus dem profitablen HP-Druckergeschäft verwässern. Vor allem aber würden die Kulturen der Konzerne einfach nicht zusammenpassen, die Fusion wäre zu risikoreich. Die Aktienanteile der Stiftung haben sich durch den Niedergang der HP-Aktie in den letzten Monaten im Wert dramatisch vermindert. War das Paket Mitte 2000 noch rund 18 Milliarden Dollar wert, liegt sein Preis heute bei etwa 6 Milliarden Dollar.

Zuvor hatten bereits die Erben des Firmengründers William Hewlett das Geschäft abgelehnt. Beide Familien halten zusammen 18 Prozent der Firmenaktien. Packard und Hewlett hatten den Konzern 1938 in einer Garage bei Palo Alto gegründet.

Die Ablehnung der Geschäfts durch die mächtigen Familien der Firmengründer könnte auch die Stimmung anderer Investoren entscheidend beeinflussen, sagten Analysten. Der Deal sei damit praktisch tot.

Die Ablehnung ist eine schwere Schlappe für die ehrgeizige Chefin des HP-Konzerns, Carly Fiorina. Nach Ansicht von Beobachtern hängt die Karriere von Amerikas prominentester Geschäftsfrau entscheidend davon ab, ob sie das Geschäft durchsetzen kann.

HP und Compaq zeigten sich in einer gemeinsamen Erklärung enttäuscht über die Entscheidung der Packard-Stiftung und bekräftigten die Entschlossenheit, an der Transaktion festzuhalten. Sie wollen weiter versuchen, die Anleger zu überzeugen. Die Compaq-Übernahme war unmittelbar nach ihrer Bekanntgabe Anfang September in die Kritik geraten.