Fusionen AT & T spricht mit BellSouth
New York - Wie das amerikanische Wirtschaftsmagazin "Business Week" am Donnerstag in seiner Online-Ausgabe berichtet, will AT&T zunächst seine Kabelfernsehsparte verselbstständigen und dann sein Telekom-Geschäft mit BellSouth zusammenlegen. BellSouth-Chef Duane Ackerman sei interessiert, falls der Preis stimme, berichtete "Business Week". AT&T wolle die Transaktion bis Ende Oktober unter Dach und Fach bringen.
Der Wert der Transaktion und die Frage, wer das Management übernehmen werde, sei noch nicht geklärt. Die Firmen nahmen keine Stellung. AT&T hätte nach der Ausgliederung der Kabelfernsehsparte einen Marktwert von 30 bis 40 Milliarden Dollar während der Wert von BellSouth bei insgesamt 79 Milliarden Dollar liege, so "Business Week". Dies mache eine Fusion Gleicher schwierig, wie sie Armstrong anstrebe. Die Verhandlungen, die unter dem Code-Namen "Brazil" laufen, könnten deshalb jederzeit platzen oder es könnte ein anderer Interessent auftauchen.
AT&T hatte seine Mobilfunksparte bereits früher in diesem Jahr verselbstständigt. Die Kabelfernsehfirma Comcast hat 35 Milliarden Dollar für die AT&T-Kabelfernsehsparte geboten. Armstrong suche jedoch auch nach anderen Offerten, so beispielsweise von AOL Time Warner.
Die ehemalige amerikanische Telefonmonopol-Gesellschaft (AT & T steht für American Telephone & Telegraph) war 1984 auf Gerichtsanweisung aufgespalten worden. Die AT&T übernahm damals das Ferngesprächsgeschäft, während mehrere große regionale Nachfolgeunternehmen das Orts- und Regionalgeschäft zugewiesen bekamen. BellSouth ist eine von wenigen regionalen Telefonriesen, die nach einer Fusionswelle im Telekombereich noch übrig geblieben sind.