Fusions-Gerüchte: Postbank will neue Mega-Bank schmieden - DER SPIEGEL
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Fusions-Gerüchte Postbank will neue Mega-Bank schmieden

Der deutsche Bankenmarkt steht möglicherweise vor einer dramatischen Umwälzung: Laut "Financial Times Deutschland" sucht die Postbank einen Fusionspartner, um die größte Privatkundenbank des Landes aufzubauen. Erste Gespräche soll es schon geben - auch mit der Deutschen Bank.
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Frankfurt am Main - Gerüchte um die Postbank   hat es schon oft gegeben. Allerdings ging es bisher stets darum, dass das Institut verkauft werden könnte. Nun ergreift die Tochter der Deutschen Post   offenbar selbst die Initiative: Laut "Financial Times Deutschland" plant die Postbank den Aufbau der größten deutschen Privatkundenbank.

Die Investmentbank Morgan Stanley habe bereits Sondierungsgespräche mit mindestens drei möglichen Fusionspartnern geführt, berichtet die Zeitung. Sie beruft sich dabei auf Informationen aus dem Umfeld des Konzerns. Erste Kontakte habe es mit der Deutschen Bank  , der Allianz   und der ING   gegeben.

Zu Handelsbeginn reagierte die Postbank-Aktie mit einem deutlichen Kurssprung. "Die Post hatte bereits eine geplante Fusion mit einer anderen Bank im zweiten Halbjahr 2008 angekündigt. Sie will aber ihren 50 Prozent-Anteil nicht aufgeben", sagte ein Händler.

Die Postbank hat unter den Geschäftsbanken schon heute mit Abstand die meisten Privatkunden - rund 15 Millionen. Trotzdem dominieren in dem Geschäft die Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Eine Post-Sprecherin wollte den Bericht nicht kommentieren. Eine Entscheidung über die Zukunft der Postbank sei noch nicht getroffen.

Die Post würde auch den Juniorpartner abgeben

Möglicherweise werde bis Mai schon eine Vorentscheidung für einen Partner fallen, heißt es in dem Zeitungsbericht. Ein offizieller Prozess sei aber noch nicht gestartet. "Wir streben eine Fusion unter Gleichen an", zitierte die Zeitung einen nicht genannten Post-Manager. Der Logistikkonzern würde sich notfalls auch mit der Rolle des Juniorpartners abfinden.

Post-Chef Klaus Zumwinkel hatte im Herbst überraschend Fusionsspekulationen um die Postbank geschürt, indem er sagte, man werde nach der vollen Liberalisierung des Postmarktes Anfang 2008 neu über die Rolle der Bank im Konzern nachdenken. Einen Komplettausstieg habe Zumwinkel aber ausgeschlossen. Die Post hält 50 Prozent plus eine Aktie an der Postbank.

Der Versicherungskonzern Allianz könnte seine Dresdner Bank in die Privatkundenbank einbringen, die ING ihre Direktbank ING-Diba, und die Deutsche Bank könnte die Postbank mit ihrer Privatkunden-Tochter zusammenbringen. An dem entstehenden Institut würde der jeweilige Mutterkonzern beteiligt, schreibt die "FTD". Neben der Deutschen Bank hatte auch die Commerzbank   Interesse an der Postbank erkennen lassen.

wal/dpa-AFX/Reuters