Fusionsgerüchte
In Holland kursieren Gerüchte über den größten Konzernzusammenschluß in Europa. Die britisch-holländische Shell, mit 57,2 Milliarden Mark Jahresumsatz Europas größtes Unternehmen, soll mit dem holländischen Chemiekonzern Akzo (Jahresumsatz: sieben Milliarden Mark) über eine Fusion reden. Durch einen Zusammenschluß würde Shell, die schon heute rund fünf Milliarden Mark im Chemiegeschäft umsetzt, zum drittgrößten Chemietrust der Welt aufsteigen. Allerdings würde die Fusion gleich drei Kartellbehörden auf den Plan rufen: In Deutschland müßte das Bundeskartellamt einschreiten, weil die Deutsche Shell AG (Umsatz: über fünf Milliarden Mark) und die Akzo-Tochter Enka Glanzstoff (Umsatz: 2,8 Milliarden Mark) ohne den Segen der Wettbewerbsschützer nicht vereint werden dürften. In den USA, wo beide Konzerne starke Filialen betreiben, würde das Fusionsvorhaben die Anti-Trustbehörden herausfordern. Auch müßten Brüssels Wettbewerbshüter einschreiten. Die Top-Leute des Ölkonzerns dementierten hintergründig. Ein Shell-Manager: »Man kann solche Gerüchte auch ausstreuen, um mal die Stimmung zu erkunden.«