Fusionsgerüchte Ackermann schielt auf die Schweiz
Frankfurt am Main - Wunschpartner ist laut "Welt am Sonntag" die Schweizer Credit Suisse, bei der Ackermann bis 1996 im Vorstand saß. Mit rund 35 Milliarden Euro hätten die Schweizer in etwa den gleichen Börsenwert wie die Deutsche Bank. Die fusionierte Bank hätte mit einem Schlag ein verwaltetes Vermögen von rund 1650 Milliarden Euro, und mit einem Eigenkapital von gut 52 Milliarden Euro wäre das Geldhaus die führende Bank auf dem europäischen Kontinent.
Wie die "WamS" bezieht sich auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" auf Quellen aus Führungsebenen des Instituts. Nach ihrem Bericht hat Deutsche-Bank-Vorstand Josef Ackermann gegenüber dem Aufsichtsrat die Barclays Bank, die Credit Suisse und die ING als mögliche Fusionspartner genannt. Die Fusion könne nur unter dem Dach einer gemeinsamen Holding geschehen, sagte Ackermann laut "FAZ". Der Sitz der Holding werde dann außerhalb von Deutschland im europäischen Ausland liegen, womöglich in Luxemburg oder Amsterdam. Vor allem fiskalpolitische Gründe und die Mitarbeiter-Mitbestimmung in Deutschland sprächen dafür, schreibt auch die "Wams".
Die Klage über die hohen Steuern in Deutschland entbehren bei genauerer Betrachtung jedoch jeder Grundlage. Erst heute wurde bekannt, dass Vodafone Abschreibungsmöglichkeiten in Höhe von 50 Milliarden Euro geltend gemacht hat. Sollten die Finanzbehörden dem Ansinnen entsprechen müssen, würde britische Mobilfunker in Deutschland für die nächsten Jahrzehnte keine Steuern mehr bezahlen müssen. Abschreibungen dieser Art kennt das Steuerrecht in anderen Ländern nicht.