Fusionsgespräche Renault erwägt Allianz mit GM
Detroit/Paris In einer Stellungnahme bekundete Renault am Abend sein Interesse an GM , unter dessen Dach auch die Marken Opel und Saab produziert werden. Voraussetzung für eine Fusion sei eine "vollständige Unterstützung" des Vorhabens durch die höchsten GM-Gremien. Zuletzt hatte sich Renault im vergangenen Jahr auf dem asiatischen verstärkt und mit dem japanischen Autobauer Nissan fusioniert. Renault hält 44,4 Prozent der Nissan-Anteile. Die Kooperation mit Nissan könne um "geeignete Partner" erweitert werden, erklärte Renault am Abend weiter.
Das Direktorium von General Motors berief heute eine Sondersitzung ein, um über die Partnerschaft mit den Franzosen zu beraten. Über das Ergebnis ist bisher nichts bekannt.
Zuvor hatte sich Großaktionär Kerkorian bei Renault-Chef Carlos Ghosn für ein Zusammengehen stark gemacht. "Wir glauben, dass eine GM-Teilnahme an der globalen Partnerschaft mit Renault und Nissan bei General Motors erhebliche Synergien und Kostenersparnisse bringen würde", heißt es in einem Brief der Tracinda Corporation, Kerkorians Investmentfirma. Nissan und Renault seien durchaus aufgeschlossen, GM in ihre Partnerschafts-Allianz einzuschließen und von General Motors eine "erhebliche Minderheitsbeteiligung" zu kaufen, heißt es darin weiter. Schon die Renault-Nissan-Partnerschaft habe enorme Entwicklungs-, Produktions- und Marketing-Synergien gebracht. Deshalb sollte der GM-Verwaltungsrat sofort einen Ausschuss bilden und gemeinsam mit dem Management die Möglichkeit "voll untersuchen". Durch die Verbindung würde der Aktionärswert geschützt, begründet Tracinda die Idee.
Die Anleger halten viel von der Idee Kerkorians: Die GM-Aktien waren vorbörslich um zwischenzeitlich 9,22 Prozent auf 29,97 Dollar in die Höhe geschossen. Bei General Motors gab man sich allerdings erst einmal zurückhaltend: Das Unternehmen habe noch kein Angebot erhalten, um Mitglied der japanisch-französischen Allianz zu werden, hieß es. "Die GM-Führungsspitze wird das Tracinda-Ansinnen beraten."
reh/AP/AFP/reuters