Fusionsgespräche Time Warner sucht die Nähe zu MGM
New York - Das Medienunternehmen Time Warner hat Vorgespräche mit dem Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer über die Möglichkeit einer Fusion geführt, wie aus informierten Kreisen verlautete.
Sollten die Gespräche erfolgreich sein, würde es zu einer Vereinigung des weltgrößten Medienunternehmens mit dem Hollywood-Studio kommen, das einen der wertvollsten Filmbestände besitzt.
Die Gespräche seien aber erst in einem "sehr frühen Stadium" hieß es in den Kreisen. Es gilt als unwahrscheinlich, dass schon über Preise, Strukturen oder andere Details geredet wurde. Sprecher beider Unternehmen lehnten eine Stellungnahme dazu ab.
Aktien der in Los Angeles ansässigen MGM stiegen an der Wall Street am Donnerstag um 4,9 Prozent auf 17,05 Dollar. Time Warner schlossen um 1,9 Prozent höher auf 17,87 Dollar zu.
Börsianer äußerten sich aber noch skeptisch dazu, zumal Time Warner sich in letzter Zeit eher von Aktiva getrennt hat, um Schulden abzubauen. "Sie würden wohl eher Aktien zurückkaufen, bevor sie so etwas angehen", vermutet Doug Kass, Hedge-Fonds- Manager bei Seabreeze Partners and Kass Partners.
Andere Branchenkenner urteilen jedoch anderes. So heißt es auch, dass die beiden Unternehmen gut zusammenpassten, da Time Warner mit seiner Film-Tochter Warner Bros auch MGM-Filme vertrieben habe. Der US-Konzern Time Warner, der zuletzt seine Musiksparte Warner Music an Edgar Bronfmann Jr. verkauft hat, wollte MGM schon 2002 übernehmen. Damals forderte der Mehrheitseigner der Studios, Kirk Kerkorian, rund sieben Milliarden Dollar. Angesichts der angespannten Lage zog sich Time Warner wieder zurück. Der Medienkonzern kämpfte zu diesem Zeitpunkt mit einem hohen Schuldenberg.