Fusionsgespräche: UniCredito will HypoVereinsbank schlucken - DER SPIEGEL
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Fusionsgespräche UniCredito will HypoVereinsbank schlucken

Es wäre Europas bis dato größte Bankenfusion. Laut dem "Wall Street Journal" stehen UniCredito Italiano und die HypoVereinsbank kurz vor dem Abschluss von Fusionsgesprächen. Die Transaktion soll 16 Milliarden Euro umfassen.
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Frankfurt am Main/London/Rom - Das "Journal" berichtet in seiner Onlineausgabe, die beiden Institute befänden sich in fortgeschrittenen Gesprächen. UniCredito Italiano   wolle für die in München ansässige HypoVereinsbank (HVB)   rund 16 Milliarden Euro in Aktien zahlen. Bereits gestern hatte das Mailänder Wirtschaftblatt "Il Sole-24 Ore" spekuliert, dass UniCredito einem Übernahmeangebot für die HVB näher komme.

Ein HVB-Sprecher sagte SPIEGEL ONLINE: "Marktgerüchte kommentieren wir nicht." Bankexperten sind allerdings der Meinung, dass ein Zusammengehen der beiden Institute durchaus sinnvoll sein könnte. Sowohl nach regionalem Engagement als auch nach den Geschäftsfeldern passten die beiden Unternehmen gut zusammen. Gemeinsam wären UniCredito und HVB von der Marktkapitalisierung größer als die Deutsche Bank  .

HVB-Chef Dieter Rampl hatte erst kürzlich erklärt, das Zusammengehen seines Hauses mit einem italienischen Institut könne vor dem Hintergrund der Konsolidierung in Europas Bankenbranche durchaus Sinn machen. Der "Frankfurter Allgemeinen" sagte er: "UniCredito könnte für uns ein attraktiver Partner sein." UniCredito-Chef Alessandro Profumo hatte ebenfalls verlauten lassen, er bevorzuge Akquisitionen im Ausland. Mit Blick auf die bereits zuvor kursierenden Gerüchte über eine HVB-Übernahme hatte er gesagt, sein Institut könne mit der HVB genau so sprechen wie mit jeder anderen Bank.

Mit dem genannten Kaufpreis wäre der Deal ein neuer Rekord in Europas Bankenbranche. Die bisher größte grenzüberschreitende Fusion war im Herbst 2004 der Kauf der britischen Abbey National durch die spanische Banco Santander Central Hispano.

Die HVB hatte 2004 wegen erneuter enormer Abschreibungen auf Immobilienkredite erneut einen Milliardenverlust verbucht. In den vergangenen drei Jahren schrieb sie insgesamt nahezu sechs Milliarden Euro Verluste. Für das laufende Jahr, in dem die HVB ein Portfolio von wertberichtigten Immobilienkrediten von rund 15 Milliarden Euro für einen möglichen Verkauf vorbereiten will, geht die HVB von einem Nettogewinn von etwa einer Milliarde Euro aus. Die Bereinigung des riesigen Portfolios sieht die HVB nun als abgeschlossen an.