Fusionsphantasie fehlt - DER SPIEGEL
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KOSMETIK-AKTIEN Fusionsphantasie fehlt

• aus DER SPIEGEL 38/1999
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In der Kosmetikindustrie hofft man auf Frauen, die wieder ein aggressiveres Make-up auflegen, und auf moderne Männer, die ihre Falten pflegen. Immerhin stieg im vergangenen Jahr der Absatz von Kosmetikartikeln in Europa um 6,4 Prozent, an Make-up wurde sogar 11,3 Prozent mehr aufgelegt. Doch bisher konnten nur wenige Unternehmen an der Börse zulegen. Der Hamburger Konzern Beiersdorf profitiert von der Sonderkonjunktur seiner Traditionsmarke Nivea, die durch die jungen Produktlinien Nivea Visage und Nivea Beauté zweistellige Zuwachsraten hat. Das gelang auch dem französischen Weltmarktführer L'Oréal, doch der Aktienkurs bewegte sich seitwärts. Die Aktie gilt als hoch bewertet. Auch bei Wella rät Marietta Miemietz, Analystin bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, zum Verkauf. Ihr macht Sorge, dass zwei für die Haarkosmetik zuständige Vorstände das Darmstädter Unternehmen verlassen haben. »Außerdem fehlt die Fusionsphantasie«, sagt Miemietz über Wella, das im Mehrheitsbesitz einer Familie ist. Insbesondere der Düsseldorfer Henkel-Konzern, der vor knapp drei Jahren die Haarkosmetik-Firma Schwarzkopf erworben hatte, ist auf Einkaufstour. Auch Beiersdorf hat 1,5 Milliarden Mark in der Kriegskasse.

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