Fusionspläne EMI bedrängt Bertelsmann
London - Der Vorstandsvorsitzende der EMI Group, Eric Nicoli, will dem deutschen Konzern offenbar eine Entscheidungsfrist bis zum 31. Januar setzen. EMI verlange von Bertelsmann, bis dahin eine abschlussreife Vereinbarung vorzulegen oder auf den Zusammenschluss zu verzichten, berichtet die Tageszeitung "The Telegraph" unter Berufung auf Industriekreise.
Die beiden Konzerne hatten im November bestätigt, Gespräche über eine Zusammenlegung ihres Musikgeschäfts zu führen. Nach den bisherigen Plänen soll dabei die Bertelsmann Music Group (BMG) mit EMI zu einem neuen Konzern fusionieren. Dadurch würde mit einem Umsatz von etwa 17 Milliarden Mark und einem Marktanteil von rund 24 Prozent das weltgrößte Musikunternehmen entstehen.
Probleme bei der Fusion könnten die europäischen und US-amerikanischen Kartellbehörden bereiten. Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff soll bereits bei der EU-Kommission vorgefühlt haben, ob eine Zusammenlegung der Musiksparten auf kartellrechtliche Bedenken stoße.