Fusionspläne: Manager schmieden deutschen Werften-Koloss - DER SPIEGEL
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Fusionspläne Manager schmieden deutschen Werften-Koloss

Die Werft-Giganten Blohm + Voss und HDW sprechen über eine Fusion und machen dabei große Fortschritte. Ein Abschluss könnte der erste Schritt zur Schaffung einer europäischen Superwerft sein - sie soll der asiatischen Billig-Konkurrenz Paroli bieten.
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Hamburg - Der Zusammenschluss der beiden norddeutschen Werften solle in den kommenden Monaten vollzogen werden. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, sind die Verhandlungen schon weit fortgeschritten.

Die Mutterkonzerne ThyssenKrupp   (Blohm + Voss) und One Equity Partners (HDW) sollen demnach die Bewertung bereits abgeschlossen haben. Eine Sprecherin der zuständigen ThyssenKrupp-Sparte Technologies bestätigte auf Nachfrage entsprechende Verhandlungen. Den in der "FAZ" genannten Termin für einen Abschluss wollte sie nicht kommentieren.

Mit Widerstand der IG Metall gegen das Zusammengehen ist nicht zu rechnen. "Wir sehen darin eine der wenigen Chancen, um die Standorte in Norddeutschland zu erhalten", erklärte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der Gewerkschaft.

ThyssenKrupp will die Mehrheit

HDW und Blohm + Voss sind beide im Segment des militärischen Schiffbaus erfolgreich. Im zivilen Bereich hingegen stehen die Unternehmen mit den übermächtigen asiatischen Werften im Wettbewerb. Die IG Metall hofft, dass durch eine Fusion die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Betriebe beim Bau von Handelsschiffen steigt.

ThyssenKrupp dürfte sich die Kontrolle über den neu entstandenen Werftenkoloss sichern. Die Sprecherin sagte weiter, dass der Düsseldorfer Konzern auf jeden Fall eine Mehrheit anstrebt. One Equity hingegen dürfte an einer schnellen Verwertung des Investments gelegen sein. Die Amerikaner hatten HDW vor zwei Jahren von der TUI   und dem mittlerweile insolventen Industriekonzern Babcock Borsig übernommen.

Den damals gezahlten Preis von 814 Millionen Euro hatten Beobachter als zu hoch eingestuft. Der schnelle Weiterverkauf an einen US-Rüstungskonzern scheiterte später am Widerstand der Bundesregierung.

"Jeder redet mit jedem"

Der Zusammenschluss der deutschen Schiffbauer könnte der Auftakt zu einer europäischen Werftenlösung nach dem Vorbild des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS   sein. In Frankreich sollen sich die staatliche Werft DCN und der Rüstungskonzern Thales bis 2005 zu einem neuen Marinekonzern zusammenschließen. Weitergehende Fusionen mit den deutschen Konzernen sind im Gespräch. "Jeder redet mit jedem", heißt es dazu bei ThyssenKrupp.

Eine deutsch-französische Superwerft allerdings bereitet der IG Metall mehr Sorge als das nationale Fusionsprojekt. "Bei den Franzosen redet der Staat mit, bei den Deutschen nur die Privatwirtschaft", warnt Gewerkschaftler Friedrich. Bei möglichen Verhandlungen muss demnach die Bundesregierung wachsam sein, um negative Folgen für die deutschen Standorte zu verhindern.