Fusionsplan WestLB träumt von der Super-Landesbank
Düsseldorf/Hamburg - An den Finanzplätzen ahnte man es seit Tagen, nun hat die WestLB offiziell Farbe bekannt. Die Düsseldorfer Großbank teilte mit, sie erwäge eine mehrheitliche Übernahme der HSH Nordbank, an der sie bereits mit 27 Prozent beteiligt ist. "Wir prüfen Möglichkeiten, unseren Anteil bei der HSH Nordbank aufzustocken und die Mehrheit zu übernehmen", sagte ein Banksprecher in Düsseldorf. Die Geschäfte würden sich gut ergänzen, erklärte er. Als eine der Stärken der HSH Nordbank gilt das Geschäft mit Schiffsfinanzierungen.
Im Norden hält man den Expansionseifer des WestLB-Chefs für übertrieben - Finanzkreise glauben nicht, dass Fischer Erfolg haben wird. Nordbank-Chef Alexander Stuhlmann beschränkte sich auf die Bemerkung, er habe aus den Medien von den Plänen erfahren. Alles verwies darauf, alles weitere müssten die Eigentümer der Bank - die Nord-Bundesländer - klären.
Nordlicht-Minister: Können und wollen nicht verkaufen
Der Finanzminister von Schleswig-Holstein, Rainer Wiegard (CDU), hat aber schon deutlich gemacht, die Nordbank-Anteile stünden nicht zum Verkauf. Ebenso äußerte sich der Hamburger Finanzsenator Wolfgang Peiner (CDU). Es gebe einen Staatsvertrag, in dem sich die beiden Länder verpflichten, bis 2013 die Mehrheit an der Bank zu behalten. Dieser Vertrag werde eingehalten. Hamburg hält 35,5 Prozent an der HSH Nordbank, Schleswig-Holstein 19,6 Prozent.
Mit einer Übernahme der Nordbank würden die Düsseldorfer wieder den Spitzenplatz unter den Landesbanken einnehmen. Diesen hatten sie durch die Aufspaltung der alten Westdeutschen Landesbank in die WestLB AG und das Förderinstitut NRW.Bank verloren. Gemessen an der Bilanzsumme liegt derzeit die Landesbank Baden-Württemberg auf Rang eins ihrer Gruppe. WestLB und HSH Nordbank würden gemeinsam auf über 400 Milliarden Euro Bilanzsumme kommen.