Fusionspoker: Microsoft wollte SAP kaufen - DER SPIEGEL
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Fusionspoker Microsoft wollte SAP kaufen

Es hätte die Unternehmenshochzeit des Jahrzehnts werden können. Software-Riese Microsoft und Europas Nummer eins, die Walldorfer SAP, haben in diesem Frühjahr über eine Fusion verhandelt. Doch am Ende erwies sich das Projekt als zu kompliziert.
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Redmond - Beide Unternehmen bestätigten am Montagabend, Sondierungsgespräche über eine mögliche Fusion geführt zu haben. "Vor einigen Monaten hat Microsoft diese Gespräche auf Grund der Komplexität eines solchen Abschlusses und der daraus resultierenden Integrationen beendet. Eine Wiederaufnahme der Verhandlungen ist nicht geplant", teilte Microsoft in Redmond mit.

SAP-Chef Henning Kagermann sagte: "Wie alle börsennotierten Unternehmen untersucht auch die SAP regelmäßig Möglichkeiten, wie wir unsere weltweit führende Stellung im Markt für Unternehmenssoftware weiter ausbauen können." Die SAP habe die Absicht, weiterhin partnerschaftlich mit Microsoft zusammenzuarbeiten.

Mit ihren Veröffentlichungen kamen die beiden Software-Giganten einer Stellungnahme von Oracle in der am Montag beginnenden öffentlichen Verhandlung des Oracle/PeopleSoft-Übernahmeverfahrens in den USA zuvor. SAP hatte im Zusammenhang mit der rechtlichen Prüfung der geplanten Übernahme von PeopleSoft durch Oracle umfangreich mit dem US-Justizministerium zusammengearbeitet und in diesem Zusammenhang auch die Fusionsgespräche zwischen Microsoft und SAP erwähnt.

Microsoft versucht schon seit geraumer Zeit, im lukrativen Markt der Business-Software Fuß zu fassen. Für eine Stärkung im Markt für Unternehmenssoftware hatte Microsoft im Sommer 2002 den ehemals dänischen SAP-Konkurrenten Navision und zuvor den US-Anbieter Great Plains übernommen. SAP ist der weltgrößte Anbieter von Unternehmenssoftware und steht mit seiner Mittelstandssoftware Business One in direkter Konkurrenz zu Microsoft.

In anderen Bereichen kooperieren die beiden Unternehmen aber auch, um etwa SAP-Produkte auf Betriebssystemen oder Datenbanken von Microsoft reibungslos zum Laufen zu bringen. Nach dem Abbruch der Fusionsgespräche hatten SAP und Microsoft eine gemeinsame Entwicklungspartnerschaft im Bereich der so genannten Web Services sowie eine gegenseitige Lizenzierung von Patenten beschlossen, die am 12. Mai 2004 veröffentlicht wurde.