Fusionsvorschlag: Großbanken lassen Eichel abblitzen - DER SPIEGEL
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Fusionsvorschlag Großbanken lassen Eichel abblitzen

Die vier deutschen Großbanken sollten fusionieren, um eine Übernahme aus dem Ausland zu verhindern, drängte Finanzminister Hans Eichel. In Frankfurter Banker-Kreisen wird die Idee als absurd zurückgewiesen.
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Frankfurt am Mai - "Es ist völlig abwegig anzunehmen, dass sich Banken von der Politik drängen lassen", hieß es laut Reuters in Kreisen aller vier deutschen Großbanken. Sie lehnten eine Einmischung Eichels in ihre Angelegenheiten ab. Nach wie vor stünden betriebswirtschaftliche Aspekte bei Zusammenschlüssen im Vordergrund, nicht politische.

Bereits am Samstag hatte der SPIEGEL berichtet, dass Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) führende deutsche Banken zu innerdeutschen Fusionen aufgefordert habe. Im Anschluss an die so genannte Bristol-Runde, einem regelmäßigen Meinungsaustausch führender Finanzmanager, hatte Eichel kürzlich die Vorstandschefs Josef Ackermann (Deutsche Bank), Klaus-Peter Müller (Commerzbank), Herbert Walter (Dresdner Bank) und Dieter Rampl (HypoVereinsbank) zu einem separaten Gespräch gebeten.

Eichel zeigte sich dabei in großer Sorge, dass deutsche Großbanken von ausländischen Konkurrenten übernommen werden könnten. Auch aus wirtschaftspolitischen Gründen sei eine Konsolidierung notwendig, sagte der Minister. Schließlich könnten die Institute mittelständische Unternehmen nicht mit der nötigen Liquidität versorgen.

"Völlig überzogener Quatsch"

In den Banken-Kreisen hieß es laut Reuters dazu, die Manager nähmen den Versuch des Finanzministeriums sehr gelassen auf. Man solle Eichels Vorstoß nicht überbewerten. Es sei allerdings klar, "dass sich in den nächsten zwei Jahren was tun wird", hieß es. Der Bund versuche jetzt nur bei diesem Prozess noch mitzuwirken.

In anderen Kreisen der Bristol-Runde fiel die Reaktion auf die Annahme, die deutschen Banken würden quasi auf Anraten Eichels jetzt verstärkt über Kooperationen nachdenken, noch drastischer aus: "Das ist völlig überzogener Quatsch."

Erst am Freitag hatte Ackermann betont, er wolle in den nächsten drei bis vier Jahren zunächst einmal die Erträge der Bank nachhaltig steigern, bevor er mit Zukäufen eine aktive Rolle in der Konsolidierung spielen werde. Auch Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller hatte am Freitag eine zügige Fusion abgelehnt. Im nächsten Jahr wolle er zunächst wieder eine solide Profitabilität erreichen. Damit dämpften die Institute immer wieder aufkeimende Spekulationen an der Börse, wo die Investoren auf baldige Übernahmen wetten. Dies hatte die Kurse zuletzt in die Höhe getrieben.