Fußballrechte-Poker: Premiere sucht das Hintertürchen - DER SPIEGEL
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Fußballrechte-Poker Premiere sucht das Hintertürchen

Premiere lässt nicht locker. Obwohl der Bezahlkanal die TV-Rechte an der Bundesliga verloren hat, planen die Verantwortlichen jetzt ein Angebot mit der Telekom. Leidtragender wäre der neue Fußballsender Arena. Das letzte Wort haben nun die Bundesligaklubs.
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Bonn - Zwischen dem Pay-TV-Sender Premiere   und der Deutschen Telekom laufen derzeit die Drähte heiß. Es geht um ein gemeinsames Bundesliga-Angebot. "Es gibt Verhandlungen", sagte ein Premiere-Sprecher heute. Auch die Telekom bestätigte Gespräche, dementierte aber einen Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach eine Allianz bereits beschlossene Sache sei.

Europas größter Telekommunikationskonzern hatte im Dezember den Zuschlag für die Internet-Übertragungsrechte von Live-Spielen der Bundesliga erhalten. Premiere hatte die Begegnungen bis dahin live im Pay-TV gezeigt. Allerdings hatte der Münchener Kanal die Senderechte damals an den Konkurrenten Arena verloren. Der Aktienkurs von Premiere war daraufhin abgestürzt. Die Bundesliga galt als das attraktivste Programm im Bezahlfernsehen.

Seither hat Premiere mit anderen Rechteinhabern über eine Sublizenz verhandelt. Sollten die Münchener mit der Telekom handelseinig werden, könnten sie ihre Kunden künftig doch noch mit einem Fußball-Programm versorgen - und zwar mit dem des Bonner Konzerns. Dazu müsste das Internetsignal auf den Fernsehbildschirm gebracht werden.

Im Gegenzug könnte die Telekom das Premiere-Angebot an Spielfilmen, Dokumentationen und Erotikfilmen nutzen, um Kunden für ihr geplantes Glasfasernetz anzulocken. "Für unser Glasfasernetz brauchen wir attraktiven Content, und auch darüber wird verhandelt", sagte ein Telekom-Sprecher. Auch über den Einstieg der Telekom bei Premiere wurde spekuliert. Dazu wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Branchenkreise äußerten sich gegenüber SPIEGL ONLINE skeptisch über das Vorhaben. Sie verwiesen darauf, dass die Internet-Übertragung bei Reichweite und Qualität nicht mit dem Fernsehen mithalten kann. Die dazu notwendigen schnellen Internetzugänge seien noch nicht ausreichend verbreitet.

Entscheiden muss die DFL

Leidtragender der Premiere-Telekom-Allianz wäre Arena. Die Tochter des Kabel-TV-Konsortiums Unity Media hatte den alleinigen Zuschlag für die Live-Rechte im Fernsehen erhalten. Erst vor wenigen Tagen hatte Arena sein Programmkonzept für die nächste Saison vorgestellt. Nun sieht es jedoch so aus, als ob Premiere quasi durch die Hintertür ein Konkurrenzangebot aufstellen wird. Eine Arena-Sprecherin wollte dazu keinen Kommentar abgeben.

Die Frage ist, wie Arena auf die Attacke reagieren wird. Spekuliert wurde bereits über eine mögliche Klage gegen die Premiere-Telekom-Kooperation. Die Branchenkreise erwarten allerdings keine juristische Gegenwehr. Dort wird nicht damit gerechnet, dass Arena Pläne für eine Klage in der Schublade hat.

Das letzte Wort hat sowieso die Deutsche Fußball-Liga als Verkäufer der Rechte. Die Dachorganisation der Profiklubs der Ersten und Zweiten Bundesliga hat die Versteigerung initiiert und profitiert maßgeblich von den Erlösen.

Bei der DFL hält man sich indes bedeckt. "Wir haben mit Premiere keine Vereinbarung abgeschlossen. Premiere hat auch keine Lizenz für die kommende Spielzeit", sagte Kommunikationsdirektor Tom Bender gegenüber SPIEGEL ONLINE. Zugleich verwies er auf die heute abgeschlossene Einreichung für die zweite Ausschreibung. Diese umfasst die audiovisuellen Verwertungsrechte, unter anderem mobile Dienste, Public Viewing sowie die TV-Nachverwertung. Erst wenn diese ausgewertet ist, könne man weitersehen, so Bender.

Dass Premiere und die Telekom nun Arena im Pay-TV Konkurrenz machen könnten, dürfte bei der DFL aber kaum für Jubelstimmung sorgen. Laut Kommunikationsdirektor Bender kann der Fußball- Dachverband nämlich bei Arena einsteigen. "Die DFL besitzt eine einseitige und langfristige Option für einen Einstieg", sagte Bender und bestätigte damit Berichte in den Freitag-Ausgaben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und der "Süddeutschen Zeitung". Die Liga kann sich danach mit zehn Prozent an Arena beteiligen. Allerdings würde so etwas nur Sinn machen, wenn Arena schwarze Zahlen schreibt, hieß es weiter. Ohne Konkurrenz ginge das sicher schneller.

suc/pav/AP/dpa

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