G-7-Finanzminister: Ölpreis bedroht Weltwirtschaft - DER SPIEGEL
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G-7-Finanzminister Ölpreis bedroht Weltwirtschaft

Der hohe Ölpreis ist nach Ansicht der G-7-Staaten eins der größten Risiken für die Weltwirtschaft. Die Frage, wie man den anziehenden Energiekosten entgegenwirken kann, ist deshalb Hauptthema auf dem heutigen Treffen der Finanzminister der sieben führenden Industrieländer.
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Washington - Ein weiteres Anziehen des Ölpreises sei in Folge des Hurrikans "Rita" "nicht auszuschließen", hieß es aus deutschen Delegationskreisen. Das könnte "erheblichen Einfluss" auf das Verbrauchervertrauen haben, auch wenn die Weltwirtschaft den bisherigen Anstieg gut verkraftet habe. Bei ihren Beratungen wollten die G-7-Minister deshalb darüber sprechen, wie auf den Preisauftrieb beim Öl reagiert werden soll.

Die deutsche Delegation will die Schwerpunkte auf energischeres Energiesparen, verbesserte Effizienz beim Einsatz der Energie sowie stärkere Transparenz auf den Ölmärkten legen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wirbt seit längerem dafür, mehr gesicherte Daten etwa über Nachfrage und Fördermengen zu beschaffen. So will er den Spielraum für preistreibende Spekulationen eindämmen. Aus der deutschen Delegation hieß es allerdings einschränkend, dass derzeit nach Einschätzung der meisten Experten der Anteil der Spekulationen am Preisanstieg eher gering sei.

Die G-7-Finanzminister und -Notenbankchefs treffen sich traditionell vor der Jahrestagung von IWF und Weltbank, die ebenfalls heute begann. Finanzminister Hans Eichel (SPD) nimmt allerdings nach der Wahl aus "terminlichen Gründen" nicht an dem Treffen teil. Deutschland ist deshalb lediglich mit Bundesbank-Chef Axel Weber und Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser vertreten.

Im Fokus des Minister-Treffens steht neben der Frage der Energiekosten die jüngste Liberalisierung des chinesischen Währungssystems. China hatte am Vormittag einen weiteren Reformschritt angekündigt und die zugelassene Schwankungsbreite des Yuan-Kurses zu Devisen mit Ausnahme des Dollars etwas ausgedehnt.

Bei dem Treffen des IWF zeichne sich eine umfassende Einigung zur Frage des Schuldenerlasses ab, hieß es weiter aus der deutschen Delegation. Nachdem sich die Finanzminister der G-7 und Russland bereits im Juni auf einen Schuldenerlass von 40 Milliarden Dollar für die ärmsten Länder der Welt verständigt hatten, müssten nun auch andere Industrienationen und Ölländer "zur Kasse gebeten werden". Zugleich wurde betont, dass Deutschland über seinen zugesagten Beitrag nicht hinausgehen werde. Auf den Bundeshaushalt kommen demnach für 2006 rund 40 Millionen Euro und für 2007 etwa 60 Millionen Euro zu.