G-7-Treffen: Warnung vor hohen Ölpreisen - DER SPIEGEL
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G-7-Treffen Warnung vor hohen Ölpreisen

Die sieben wichtigsten Industrieländer empfinden die derzeitigen Rohöl-Preise als eine Gefahr für die Weltkonjunktur. Die Finanzminister und Notenbankchefs der G-7 forderten in Washington die Öl exportierenden Länder auf, mit einer Produktionserhöhung für einen Rückgang der Preise zu sorgen.
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Washington - "Wir gehen davon aus, dass die (Öl-) Preise zurückgehen werden", sagte der Chef der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet. "Wenn nicht, wird das Auswirkungen haben, die für alle nicht gut sind." Nach einer Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird die Wirtschaft in diesem Jahr weltweit trotz der hohen Ölpreise um fünf Prozent wachsen. Das wäre der größte Sprung seit drei Jahrzehnten, hieß es. Wegen der hohen Ölpreise wurde die Wachstumsprognose für 2005 abgesenkt. Der Ölpreis schloss gestern Abend mit einem Rekordhoch von 50,12 Dollar pro Barrel.

Am gestrigen Abendessen der Minister und Notenbankchefs nahm erstmals eine chinesische Delegation teil. Nach Ansicht von Beobachtern könnte das den Beginn eines Prozesses signalisieren, in dem das bevölkerungsreichste Land der Welt letztlich in die Gruppe der reichsten Länder aufgenommen oder zumindest wie Russland in der derzeitigen G-8 hinzugezogen wird. In der gemeinsamen Erklärung forderte die G-7 alle Länder auf, sich dem System flexibler Wechselkurse zu beteiligen. China, dessen Yuan derzeit am Dollar gekoppelt ist und nach Ansicht der US-Wirtschaft um bis zu 40 Prozent unterbewertet ist, wurde nicht ausdrücklich erwähnt, galt aber als wichtigster Adressat.

Meinungsverschiedenheiten traten unterdessen bei der Frage eines Schuldenerlasses für den Irak zu Tage: Zwischen den USA, Frankreich und Deutschland bestehen nach Angaben des russischen Finanzministers Alexej Kudrin weiterhin große Meinungsverschiedenheiten. Die USA wollen eine weit gehende Lösung, insbesondere Frankreich beharrt aber darauf, dass der Irak keine bessere Regelung bekommt als die ärmsten Länder der Welt. In der Erklärung wurde daher nur das Ziel ausgegeben, für die Verringerung der 120 Milliarden Dollar irakischer Auslandsschulden bis Ende des Jahres eine Rahmenvereinbarung zu treffen.

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) sagte nach den Beratungen, man sei einig, dass es um einen substanziellen Schuldenerlass gehen müsse. "Was das bedeutet, darüber konnte hier keine Einigkeit erzielt werden."