Gangstergeschichte Reichster Mann Japans gestorben
Hamburg - Wegen seiner unternehmerischen Erfolge wurde Yasuo Takei in Japan zunächst gefeiert wie ein Nationalheld. 1966 gründete er die Kreditfirma Fuji Shoji, die 1974 in Takefuji umbenannt wurde. Unter seiner Führung mauserte sich das auf Konsumentenkredite spezialisierte Unternehmen zum Branchenprimus.
Doch dann gerieten die Firma und ihr Chef in einen unschönen Skandal, der ein bisschen an einen Gangsterfilm erinnert. Ein Berater des Unternehmens schlug einem säumigen Zahler vor: "Verkaufen Sie Ihre Niere oder ein Auge - damit tilgen Sie 100.000 Yen". Das bizarre Beratungsgespräch wurde heimlich mitgeschnitten und veröffentlicht. Daraufhin brach der Aktienkurs der Firma ein. Takei seinerseits ließ Gespräche von Journalisten im Rahmen der Auseinandersetzungen aufnehmen. 2004 wurde er deshalb vor Gericht gestellt.
Er wurde zu drei Jahren Gefängnisstrafe verurteilt. Takefuji musste eine Million Yen Strafe zahlen. Doch trotz des Skandals, für den sich sowohl das Unternehmen als auch der Firmenchef anschließend ausführlich entschuldigten, blieb Takei ein erkleckliches Vermögen. Laut der diesjährigen Liste des Magazins "Forbes" war er mit 5,4 Milliarden Dollar Japans wohlhabendster Mann.
Der gefallene Unternehmerstar starb jetzt an Leberversagen in seinem Haus in Tokyo, wie die Takefuji Corp. heute mitteilte.
ase/ap