Garantie: Mercedes muss mehr nachbessern als je zuvor - DER SPIEGEL
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Garantie Mercedes muss mehr nachbessern als je zuvor

Die Garantiekosten bei Mercedes sind in den letzten drei Jahren explodiert. Mercedes verteidigt sich: Nicht die Qualität sei schlechter geworden, sondern der Service besser.
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Stuttgart - Laut "Financial Times Deutschland" verdreifachten sich die Garantiekosten bei Mercedes zwischen 1998 und 2000 auf 3,4 Milliarden Mark. Eine Sprecherin von DaimlerChrysler wollte die Höhe der Kosten nicht bestätigen, räumte aber ein, dass die Aufwendungen gestiegen seien. Der Grund sei eine Ausweitung des Garantieangebots für die Kunden.

Seit 1998 biete Mercedes das Langzeit-Garantiepaket "Mobilo Life" an, sagte die Sprecherin. Dieses beinhalte beispielsweise einen Pannenservice mit Kleinreparaturen vor Ort bis hin zu einem kostenlosen Ersatzwagen. Jeder Kunde erhalte das Paket kostenlos. Es gelte für jedes Fahrzeug und in fast allen europäischen Staaten.

Die hohen Garantieleistungen sollen dem Zeitungsbericht zufolge bereits an den Profiten der Marke Mercedes zehren, die trotz des erfolgreichen Anlaufs der neuen C-Klasse im ersten Quartal dieses Jahres nicht hätten gesteigert werden können.

Mit einer Höhe von 3,4 Milliarden Mark erreichten die Garantieaufwendungen von Mercedes das Volumen der Entwicklungskosten, berichtet die Zeitung. Dies sei ein im Industrievergleich ungewöhnlich hoher Wert. Ein Konzernsprecher sagte der Zeitung hingegen, die Garantiekosten seien "im Vergleich mit dem Wettbewerb stabil".

Seit 1998 hätten vor allem die neuen Modellreihen der A- und M-Klasse für größere Qualitätsprobleme gesorgt, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise. Für jeden verkauften Geländewagen der M-Klasse würden im Durchschnitt 4750 Mark an Garantieleistungen fällig - ein Spitzenwert bei Mercedes-Benz.

Das Problem ausufernder Garantiekosten trifft DaimlerChrysler zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Allein für die Sanierung von Chrysler und Mitsubishi werden - vorsichtig kalkuliert - die mit 3,1 Milliarden Euro benötigt. Dafür wird der Mercedes-Gewinn dringend gebraucht.

Zu allem Überfluss trägt der aufwändige Garantie-Service nicht einmal zu einer höheren Kundenzufriedenheit bei. In einer in Großbritannien durchgeführten Studie des US-Marktforschungsinstituts J.D. Power schnitt die in den USA produzierte M-Klasse mit Rang 99 als schlechtester Mercedes ab. Auch über die in Deutschland gefertigte A-Klasse maulten die Kunden. Das Kompakt-Modell kam nur auf Rang 62. Lediglich bei der E-Klasse scheint noch ein wenig vom einstigen Glanz des Sterns durch. Die Familienkutsche kam auf Rang acht.