Gasabzocker Kartellhüter ermitteln gegen fünf Versorger
Düsseldorf - Das Kartellamt teilte am Dienstag mit, die betroffenen Unternehmen gehörten nach derzeitigen Erkenntnissen zu den teuersten Gasanbietern im Zuständigkeitsbereich. Betroffen seien die zu RWE gehörende MITGAS, die zu E.on gehörende Thüga AG Erdgas Allgäu-Oberschwaben, der zu EnBW gehörende Regionalversorger Ostwürttemberg Donau/Ries AG ODR, die MVV Energie AG und die SWU Energie GmbH. Weitere Verfahren gegen andere Versorger seien nicht ausgeschlossen.
Im Zuge des Verfahrens werde die Behörde unter anderem die Angemessenheit der aktuellen Preiserhöhungen überprüfen. Kartellamtschef Ulf Böge hatte bereits in den vergangenen Tagen angekündigt, gegen mehrere Gasunternehmen wegen des Verdachts auf überhöhte Preise für Privathaushalte vorgehen zu wollen. "Es besteht unter anderem der Verdacht, dass zwar Ölpreisanstiege weitergegeben wurden, nicht aber Preissenkungen", sagte er.
Das Amt teilte weiter mit, gegen E.on Hanse, E.on Westfalen Weser, die Stadtwerke Bremen und EWE (Oldenburg) keine Missbrauchsverfahren einzuleiten. Diese hätten angekündigt, beabsichtigte Preiserhöhungen zu reduzieren oder Rückerstattungen an Gaskunden vorzunehmen.
Das Amt hatte bereits seit längerem die Preisgestaltung einiger Konzerne überprüft, unter anderem von E.on Hanse. Verbraucherverbände gehen davon aus, dass die Gaspreise in Deutschland um etwa 20 Prozent überhöht sind und machen dafür die Monopolstellung der Konzerne verantwortlich. Die Verbände betrachten überzogene Strom- und Gaspreise als eine Ursache des schwachen Wachstums in Deutschland.