Gasmarkt Versorger versprechen freie Wahl des Anbieters
Berlin - Unabhängige Institute entwickelten für den BGW bereits sogenannte Lastprofile für Kundengruppen, mit deren Hilfe der Anbieterwechsel unkompliziert und schnell geregelt werden könne, sagte Michael Feist, der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW), der "Welt". Solche Profile ermöglichen es Gasunternehmen, anhand von Modellen einzuschätzen, wie viel einem potentiellen Kunden geliefert werden muss. Zwar kann der Verbrauch mit komplizierten Verfahren auch gemessen werden, doch das ist laut BGW sehr teuer - weshalb es neue Anbietern auf dem Markt schwer haben.
Durch ihre Anstrengungen, einheitliche Modelle und auch Abrechnungsmethoden zu entwickeln, wollen die Gasversorger dem Vorwurf entgegentreten, auf dem Markt bewusst monopolistische Strukturen zu erhalten. "Der Kunde braucht die Möglichkeit, souverän zu handeln, und das heißt vor allem, den Anbieter wechseln zu können. Wir werden diese Möglichkeit jetzt auch für private Haushaltskunden schaffen", erklärte Feist, der auch Chef der Stadtwerke Hannover ist.
Die Proteste der Kunden hätten das Problembewusstsein in der Gaswirtschaft geschärft. "Ziel ist, dass unsere Kunden ihren Gas-Lieferanten so einfach wechseln können wie heute schon ihren Strom- oder Telekommunikations-Anbieter, sagte Feist. Dies solle schon ab 2006 möglich sein.