Gasstreit: Ukraine kündigt Lieferverzögerungen an - DER SPIEGEL
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Gasstreit Ukraine kündigt Lieferverzögerungen an

Russland pumpt nach zweiwöchiger Lieferunterbrechung wieder Gas nach Europa - doch noch kommt nichts an. Nach ukrainischen Angaben verzögern sich die Lieferungen aus technischen Gründen um mehrere Stunden.
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Moskau - Trotz Einigung im Gasstreit müssen die Kunden überall in Europa vorerst weiter frösteln: Zwar habe die Ukraine die Leitungen für das russische Gas geöffnet, sagte ein Sprecher der staatlichen ukrainischen Gasgesellschaft Naftogas. Der Transit nach Europa verzögere sich wegen laufender technischer Arbeiten aber noch um mehrere Stunden. Ohnehin braucht das Gas mindestens einen Tag, um bei den Verbrauchern im Westen anzukommen.

Gasstation (in Sachsen-Anhalt): Russland nimmt die Lieferung wieder auf

Gasstation (in Sachsen-Anhalt): Russland nimmt die Lieferung wieder auf

Foto: DDP

Ein Vertreter des Gazprom-Konzerns bestätigte, dass die Ukraine grundsätzlich wieder russisches Gas in ihre Pipelines lasse. "Die Ukraine hat das russische Gas akzeptiert", sagte ein Vertreter des staatlichen russischen Energieriesen in der Gasmessstation Sudscha an der russisch-ukrainischen Grenze am Dienstag. Nach fast zweiwöchigem Lieferstopp nahm Russland seine Gaslieferungen über die Ukraine nach Europa wieder in vollem Umfang auf. Die Exporte in die EU und in die Ukraine würden die Gesamtmenge von 423 Millionen Kubikmetern pro Tag wieder erreichen, teilte Gazprom mit, davon 348 Millionen Kubikmeter für die EU und 75 Millionen Kubikmeter für die Ukraine.

Zuvor hatte der russische Konzern bekanntgegeben, seit der Nacht zum Dienstag wieder Gas in Richtung Europa zu pumpen. Die Unterbrechung der Lieferungen am 7. Januar hatte in mehreren europäischen Ländern zu Engpässen geführt. Gazprom und der ukrainische Energiekonzern Naftogas unterzeichneten am Montag ein Abkommen zur Beendigung ihres Streits.

Nach Angaben von Gazprom-Chef Alexej Miller zahlt die Ukraine im ersten Quartal 360 Dollar je 1000 Kubikmeter Gas aus Russland. Das entspricht einem Rabatt von 20 Prozent auf den sonst in Europa üblichen Marktpreis. Miller drohte der Ukraine, den Preis auf 100 Prozent anzuheben, sollte es wie in der Vergangenheit zu neuen Verzögerungen kommen. Die Gaspreise sollen in diesem Jahr deutlich sinken. Durch den Preisverfall hofft die Ukraine auf einen Jahresdurchschnittspreis von deutlich unter 250 Dollar.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) lobte die Einigung zwischen Russland und der Ukraine im Gasstreit. "Ich freue mich, dass heute wieder Gas fließen soll, auch wenn bis jetzt noch keines da ist", sagte er. An die Adresse der Streitparteien sagte er, es dürfe künftig nicht jedes Jahr zur Jahreswende zu Situationen wie dem nun beendeten Gaskonflikt kommen. Die Russen und die Ukrainer sollten ihre Probleme untereinander lösen. In diesem Fall sei er zu Lasten vieler Unbeteiligter gegangen, indem Lieferzusagen an andere Länder nicht eingehalten wurden. Dies sei völlig "inakzeptabel".

kaz/AFP/AP/dpa

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