Gateway-Übernahme Acer rüstet auf
Irvine - Es ist ein logischer Schritt, den der derzeit viertgrößte Computerhersteller getan hat: Denn bislang schwächelt Acer auf dem amerikanischen Markt - und das soll mit dem Kauf des amerikanischen Wettbewerbers Gateway anders werden. "Der Kauf ist ein Meilenstein in der langen Geschichte von Acer", jubelte denn auch Acer-Chef J.T. Wang heute. "Er ergänzt die starke Position von Acer in Europa und Asien." Die Fusion erlaube es Acer, eine effiziente Mehr-Markenstrategie zu entwickeln und alle großen Marktsegmente abzudecken, hieß es weiter.
Der Kaufpreis für die Nummer vier der US-Computerhersteller beträgt 710 Millionen Doller. Acer baut damit seine Position als einer der größten PC-Anbieter der Welt weiter aus und wird es auf einen Umsatz von mehr als 15 Milliarden Dollar und Auslieferungen von mehr als 20 Millionen PCs bringen. Die Gateway-Aktionäre bekommen 1,90 Dollar je Aktie gegenüber einem Kurs von 1,21 Dollar am Vorwochenschluss.
Schon im Mai war spekuliert worden, Acer könnte Interesse an Gateway haben - denn der Hersteller passt perfekt: Bislang sind die Taiwanesen im Raum Europa, Naher Osten und Afrika die Nummer zwei, in Nordamerika dagegen nicht einmal unter den ersten fünf. Mit dem Kauf will Acer die Position im amerikanischen Markt stärken und die bereits starke Position in Asien und Europa weiter ausbauen. Acer verspricht sich Synergieeffekte von mindestens 150 Millionen Dollar vor Steuern.
Mit dem Kauf vollzieht Acer einen Strategiewechsel, denn bislang war der taiwanesische Hersteller vor allem organisch gewachsen. Seit längerem liefert er sich einen erbitterten Wettbewerb mit dem chinesischen Hersteller Lenovo, dem er in diesem Jahr den Rang als weltweit drittgrößter Hersteller ablaufen könnte. Bislang gilt Acer noch nach Hewlett-Packard, Dell und Lenovo als der viertgrößte Computerkonzern der Welt.
sam/dpa/AP