GE/Honeywell Welch versucht es wieder
New York - Nach Angaben der "New York Times" hat General Electric wieder informelle Gespräche mit den EU-Wettbewerbshütern aufgenommen. Dabei geht es um eine Minderheitsbeteiligung von 20 Prozent an der GE Capital Aviation Services (Gecas).
Gecas ist die Flugzeugleasing- und Finanzierungstochter von GE. Sie ist mit einer Flotte von 950 Flugzeugen einer der Branchenführer in der Welt. Brüssel hatte auf einen Verkauf einer 20-prozentigen Gecas-Beteiligung gedrängt. GE hatte sich aber geweigert.
Die EU hatte moniert, dass Gecas Flugzeugkäufer zwingen könnte, GE-Produkte zu kaufen. GE ist der weltgrößte Triebwerkshersteller. Honeywell macht rund 40 Prozent seines Konzernumsatzes von 25 Milliarden Dollar mit Flugzeugelektronik-Produkten. Die Kommission befürchtet deshalb auch eine wettbewerbsmindernde Bündelung von GE- und Honeywell-Produkten.
GE ist jetzt nach Angaben der Zeitung bereit, 20 Prozent der Gecas an einen Nicht-Konkurrenten wie eine Finanzfirma zu verkaufen. Damit könnte das Unternehmen weiter die Gecas-Gewinne verbuchen. Der Investor würde anteilsmäßige Sitze im Gecas-Verwaltungsrat erhalten. Die Gesellschaft habe bereits Fühler zur Citigroup zum Kauf der Beteiligung ausgestreckt. Citigroup ist eine der führenden US- Großbanken und ist über eine Finanztochter auch im Flugzeugleasinggeschäft tätig.
Im Gegenzug fordert GE eine Vereinbarung mit den Brüsseler Wettbewerbshütern, die es erlauben würde, einen geringeren Teil der Honeywell-Flugzeugelektroniksparte zu veräußern. GE hatte sich ursprünglich bereit erklärt, Geschäftsteile von Honeywell mit einem Gesamtumsatz von 2,2 Milliarden Dollar zu veräußern.
Ein GE-Sprecher bestätigte nach Angaben der Zeitung die Gespräche, wollte sich aber nicht zu den Chancen äußern. Es sei ungewiss, ob die jüngsten GE-Vorschläge die Europäer zufrieden stellen, erklärte die Zeitung.