Gebrochenes Versprechen Siemens will SBS zerlegen
München - Siemens gebe das Geschäftsfeld Produktnahe Dienstleistungen (PRS) an den PC-Hersteller Fujitsu Siemens Computers (FSC) ab, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Der Verkauf könnte in der kommenden Woche offiziell bekannt gegeben werden.
Das Geschäftsfeld, zu dem etwa die Wartung von Großrechnern gehört, zählt zu den drei großen Standbeinen von SBS und steht für mehr als eine Milliarde der Gesamterlöse von 5,4 Milliarden Euro. Bereits auf einer für die kommende Woche anberaumten Sitzung des Kontrollgremiums könnte der Aufsichtsrat von Fujitsu Siemens der "SZ" zufolge die Transaktion und die Eingliederung in den größten europäischen Computerkonzern beschließen. Von Unternehmensseite war nichts zu erfahren.
Unternehmenskreisen zufolge könnte der Konzern außerdem bis Weihnachten über eine weitere Partnerschaft für große Geschäftsteile entscheiden, was eine Auflösung der Sparte in ihrer heutigen Form bedeuten würde. Als möglicher Partner für den Bereich Operation Related Services (ORS), bei dem es um die Auslagerung von IT-Dienstleistungen geht, hatte sich zuletzt immer wieder Europas zweitgrößter IT-Dienstleister Atos Origin ins Spiel gebracht.
Erst vor einem Monat hatte der Konzern erklärt, bei SBS weltweit 3000 Stellen streichen zu wollen. Kleinfeld hatte jedoch in einem Interview des Mitarbeitermagazins "SiemensWelt" erklärt, man wolle die Sparte nicht zerschlagen, sondern "als Ganzes auf Vordermann bringen".