Gebühren: Brüssel droht den Banken - DER SPIEGEL
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Gebühren Brüssel droht den Banken

Die Geduld der EU-Kommission nähert sich dem Ende. Die Banken sollen die Gebühren für Auslandsüberweisungen endlich senken.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Brüssel - Sollten die Banken nicht dazu bereit sein, will Brüssel sie dazu zwingen. Eine eigene Regelung der EU zur Senkung der Tarife sei möglich, hieß es in Brüsseler Kommissionskreisen. "Wir finden, dass die Gebühren runter müssen", sagte ein EU-Mitarbeiter.

In der EU werden für Auslandsüberweisungen derzeit durchschnittlich 17 Euro berechnet. Inlandsüberweisungen kosten dagegen nur einen Euro. Die Europäische Kommission fordert die Banken bereits seit zwei Jahren auf, die Gebühren drastisch zu senken und an die deutlichen niedrigeren Inlandstarife anzugleichen. Die Europäischen Bankenverbände hatten sich Mitte Mai auf eine Interbankengebühr von drei Euro geeinigt. Für den Verbraucher würde dies dennoch Kosten von mindestens zehn Euro pro Überweisung bedeuten.

Zu viel für die EU-Kommission, die den Vorschlag der Banken für nicht akzeptabel hält. Es sei dem Verbraucher nicht zu vermitteln, warum in einem einheitlichen Währungsraum unterschiedliche Überweisungsgebühren für in- und ausländische Transaktionen gelten sollten.

Sollten die Banken die Kosten nicht deutlich senken, will Brüssel sie per Gesetz dazu verpflichten. Eine solche Regelung der Kommission zur Gebührenbeschränkung müsste bis zur Euro-Bargeldeinführung am 1. Januar 2002 in den Ländern mit der Gemeinschaftswährung umgesetzt werden.