BÖRSEN Gediegene Bilanzen
Nur einige wenige Traditionsunternehmen, wie der Chemiekonzern BASF oder der italienische Energiekonzern Eni, konnten sich im ersten Halbjahr dem Abwärtstrend an den europäischen Börsen entziehen und zulegen. Anleger honorieren in Zeiten der Unsicherheit gediegene Bilanzen oder setzen auf Übernahmen. Während die europäischen Großkonzerne im Schnitt rund 20 Prozent ihres Wertes verloren, konnte das Frankfurter Spezialchemieunternehmen Degussa 23 Prozent zulegen. Der Kohlekonzern RAG hat den Degussa-Aktionären 38 Euro je Aktie geboten, weil er rund die Hälfte der Aktien übernehmen will. Auch die Industriegasehersteller Linde und Air Liquide gelten als grundsolide und profitieren von Übernahmephantasien im Markt. Unter den kleineren Unternehmen verdoppelte der Sportschuhhersteller Puma innerhalb von sechs Monaten den Kurs, weil die Umsätze auch wegen der Weltmeisterschaftseuphorie stark zulegten. Die Fernsehaktie ProSiebenSat.1 profitierte davon, dass sie dank der Insolvenz des Medientycoons Leo Kirch aus dessen Einflussbereich entfliehen kann. Medienexperten trauen der Aktie weitere Wertsteigerungen zu, wenn die künftigen Besitzverhältnisse bei dem Unternehmen deutlicher werden.