Gefährdete Airbus-Jobs SPD sagt EADS den Kampf an
Leipzig - "Wir als Politiker können zwar nicht das Unternehmen in seinem operativen Geschäft beeinflussen. Doch werden wir darauf achten, dass bei der Unternehmensrestrukturierung deutsche Standorte nicht benachteiligt werden", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD, Rainer Wend, der "Leipziger Volkszeitung".
Der Airbus-Betriebsrat befürchtet, dass 5000 bis 8000 Stellen bei dem europäischen Flugzeughersteller in Deutschland gestrichen werden. Hintergrund sind das vom neuen Chef der Airbus-Mutter EADS , Louis Gallois, in die Wege geleitete Einsparprogramm und die Neuorganisation der Produktion.
Außerdem wird heftig darüber spekuliert, ob es in Deutschland zu Werksverkäufen kommen wird oder zu Produktionsverlagerungen an den europäischen Standorten. Umstritten ist auch, ob mehr Aufgaben an Fremdfirmen vergeben werden. Die deutschen Arbeitnehmervertreter argwöhnen ein gegenseitiges Ausspielen von Standorten, auch in Deutschland. Am 20. Februar will die Spitze des Mutterkonzerns EADS in Toulouse Einzelheiten zum Sanierungsprogramm "Power 8" bekannt geben.
Wend sagte dem Blatt, die neue Geschäftsführung der EADS-Tochter habe offenbar das Ziel, die Kosten mit allen Mitteln zu senken, und scheue sich deshalb auch wahrscheinlich nicht, genau wie Boeing Unternehmensbereiche auszulagern. "Deswegen machen sich die Beschäftigten zu Recht Sorgen um ihre Arbeitsplätze", betonte der Wirtschaftsexperte. Denn mit dieser Strategie stünden die ausgelagerten Unternehmensteile in Zukunft in Konkurrenz mit anderen Wettbewerbern.
Auch Oettinger will Mitarbeiter unterstützten
Auch führende der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sicherte den Airbus-Mitarbeitern schon Unterstützung zu. Die Landesregierung wolle um den Standort und die 1300 Arbeitsplätze kämpfen, erklärte er. Oettinger versicherte, dass der Produktionsstandort Laupheim nicht gefährdet sei. Ob er aber auf Dauer als EADS-Standort gesichert sei, könne er nicht sagen, weil die Restrukturierung des Konzerns noch nicht abgeschlossen sei.
Um gegen die drohende Verlagerung tausender Arbeitsplätze ins Ausland und befürchtete Standortschließungen zu protestieren, haben der Airbus-Betriebsrat und die IG Metall für Freitag zu Protestkundgebungen in mehreren Werken aufgerufen. Laupheim wird um 08.00 Uhr den Auftakt der bundesweit vier Veranstaltungen bilden.
Airbus war auf Grund von Verkabelungsproblemen beim A380 in Turbulenzen geraten, weil sich dadurch die Auslieferungen des Großflugzeugs extrem verzögern, mit der Folge von Milliarden-Einbußen. Weiterhin wird in den nächsten Monaten entschieden, wie die Produktion des neuen, mittelgroßen Langstreckenflugzeuges Airbus A350 zwischen den einzelnen Airbus- Ländern aufgeteilt wird.
Ase/dpa/ddp