Gefängnisstrafe "Queen Martha" muss fünf Monate sitzen
New York - "Heute ist ein beschämender Tag für mich", sagte Stewart, bevor die Richterin Miram Cederbaum das Strafmaß verkündete. Das Gericht solle bitte berücksichtigen, "was ich alles an Gutem getan habe", bat Stewart noch.
Zusätzlich zur Gefängnisstrafe wurde die 62-Jährige zu anschließenden fünf Monaten Hausarrest verurteilt. Sie muss eine Geldstrafe von 30.000 Dollar zahlen. Nachdem das Strafmaß bekannt wurde, stiegen die Aktien ihres Unternehmens an der New Yorker Börse um zwanzig Prozent.
Die 62-Jährige war bereits im März von einer Geschworenenjury wegen Verschwörung, falscher Angaben und Justizbehinderung schuldig gesprochen worden. Stewart hätte maximal zu einer Haftstrafe von 16 Monaten verurteilt werden können. Es war allgemein erwartet worden, dass die tatsächliche Strafe geringer ausfallen würde.
Stewart hatte in den neunziger Jahren als Hausfrauen-Idol Milliarden Dollar mit Kochsendungen und Hausfrauenprodukten verdient. Sie hatte vor Gericht stets ihre Unschuld beteuert. Vom Vorsitz ihres Medienimperiums Martha Stewart Living Omnimedia war sie nach Erhebung der Anklage zurückgetreten.
Laut Anklage verkaufte Stewart auf Grund von Insider-Informationen 4000 Aktien des Biotechnologieunternehmens ImClone und belog Aktionäre und die Wertpapieraufsicht SEC. Die Transaktion soll ihr den Verlust von 45.000 Dollar erspart haben. Stewart war mit Sam Waksal befreundet, dem früheren ImClone-Chef.
Stewarts Aktienbroker Peter Bacanovic soll ihr Ende 2001 mitgeteilt haben, dass Waksal ImClone-Aktien verkaufte. Zuvor war die Zulassung für das wichtiges ImClone-Medikament Erbitux verweigert worden war. Erst nachdem Stewart und Familienangehörige Waksals ihre Aktien verkauft hatten, machte ImClone diese Information publik. Die ImClone-Aktie verlor daraufhin drastisch an Wert.
Waksal verbüßt derzeit eine siebenjährige Haftstrafe. Auch Stewarts Makler ist bereits wegen Verschwörung, Falschaussage, des Meineids und der Behinderung der Justiz für schuldig befunden worden. Sein Strafmaß soll später am Freitag verkündet werden.
Stewart wird die Haftstafe nicht sofort antreten müssen. Ihre Anwälte haben Berufung gegen den Schuldspruch angekündigt. Erst soll ihr Ausgang abgewartet werden.