Gehaltsaffäre: Wolfowitz lehnt freiwilligen Rücktritt ab - DER SPIEGEL
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Gehaltsaffäre Wolfowitz lehnt freiwilligen Rücktritt ab

Stundenlang hat der Exekutivrat der Weltbank mit Präsident Paul Wolfowitz über einen freiwilligen Rücktritt verhandelt - ohne Erfolg. Wolfowitz wolle es auf eine Abstimmung ankommen lassen, erklärte dessen Anwalt in der Nacht. Heute sollen die Beratungen weiter gehen.
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Washington - Wolfowitz werde unter den gegenwärtigen Umständen nicht zurücktreten und den Fall statt dessen einer Abstimmung des Weltbank-Direktoriums überlassen, sagte sein Anwalt Robert Bennett der Nachrichtenagentur Reuters.

Dabei galt ein Rücktritt Wolfowitzs unter Beobachtern fast als sicher: Er verhandele lediglich nur noch Detailfragen für sein Ausscheiden, hieß es noch am Abend aus Weltbank-Kreisen. Um sein Gesicht zu wahren habe er durchsetzen wollen, dass die Bank einen Teil der Verantwortung für die Affäre mit übernimmt. Ein freiwilliger Rücktritt stehe kurz bevor, hatte der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf ranghohe Regierungsbeamte gemeldet.

Wolfowitz steht seit Tagen unter einem immensen internationalen Druck in der Affäre um Begünstigung seiner Freundin Shaha Riza. Wolfowitz soll für die Bankangestellte ein völlig überhöhtes Gehalt ausgehandelt haben. Der Präsident nannte die Vorwürfe "in hohem Grade unfair" und hat wiederholt betont, er habe in gutem Glauben gehandelt. Er habe sich an die Empfehlungen des Ethikausschusses der Bank gehalten und diese befolgt, so gut er konnte.

Die europäischen Staaten haben sich für einen Rücktritt Wolfowitz' ausgesprochen, da sie um die Glaubwürdigkeit der Weltbank fürchten. Von den sieben führenden Industrieländern (G 7) unterstützte zuletzt offenbar neben den USA nur noch Japan Wolfowitz. Bundesentwicklungshilfeministerin Wieczorek-Zeul erklärte, Wolfowitz sei beim Weltbankforum in Berlin nicht willkommen.

reh/Reuters/dpa-AFX