Gehaltsstreit Ex-US-Börsenchef darf 190 Millionen Dollar behalten
New York - Zur Feier des Tages machte Richard Grasso erst einmal eine Flasche teuren Weins auf. Nach langem juristischen Tauziehen steht nun fest: Der Ex-Chef der New Yorker Börse darf sein gigantisches Vergütungspaket in Höhe von rund 190 Millionen Dollar behalten. Die Generalstaatsanwaltschaft gab ihren erbitterten Kampf auf, nachdem ein Berufungsgericht eine Klage gegen Grasso abgewiesen hatte.
Im Jahr 2003 war Grasso wegen der öffentlichen Empörung über seine Bezüge zurückgetreten, nachdem er acht Jahre an der Spitze des damals noch nicht kommerziellen Börsenbetreibers gestanden hatte. Der gefürchtete New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer klagte anschließend auf Rückzahlung des Großteils der Bezüge: Spitzers Meinung nach war das Salär nach den staatlichen Vorschriften für nicht gewinnorientierte Organisationen viel zu hoch.
Grasso sollte nach dem Willen der Staatsanwaltschaft mehr als 112 Millionen Dollar der mehrjährigen Vergütung von fast 190 Millionen Dollar wieder zurückzahlen. Allerdings urteilten die Richter zuletzt, dass dies nach der erfolgreichen Umwandlung der New Yorker Börse NYSE in eine gewinnorientierte Aktiengesellschaft nicht mehr möglich sei.
Über viele Instanzen hinweg hatte sich der juristische Streit zuvor fast fünf Jahre lang hingezogen. In den vergangenen Tagen hatte Grasso bereits wichtige Etappensiege erzielt. Nach dem jüngsten Richterspruch gestand Spitzers Nachfolger Andrew Cuomo nun ein: "Der Fall Grasso ist in jeder Hinsicht abgeschlossen." Grasso selbst sagte nach der Entscheidung: "Ich hatte schon immer Vertrauen in die Justiz."
cvk/dpa-AFX