Gehaltsstudie Top-Manager sahnen kräftig ab
Düsseldorf - Der Aufschrei in der Politik war laut, gebracht hat er wenig: Trotz der Debatte über zu hohe Managergehälter sahnen die Spitzenkräfte der deutschen Wirtschaft weiter kräftig ab. Das geht aus einer Studie der Personalberatung LAB hervor, in der die Gehälter von mehr als tausend Managern ausgewertet werden.
Das Ergebnis: Die Reichen können ihr Gehalt überproportional steigern, das Mittelfeld bleibt zurück. Bei den Spitzenverdienern mit einem Jahreseinkommen von mehr als 200.000 Euro konnten knapp 40 Prozent ihre Sonderzahlungen um mehr als 20 Prozent steigern. In der Gehaltsklasse bis 100.000 Euro konnten sich nur 15 Prozent über einen vergleichbar hohen Zuschlag freuen. 17 Prozent von ihnen mussten sogar gesunkene Boni hinnehmen. Bei den Höchstverdienern waren dies nur sieben Prozent.
Die Zahlen bestätigen damit den in der Öffentlichkeit wahrgenommenen Trend: "Die Gehaltsschere zwischen Höchst- und Normalverdienern geht weiter auseinander", sagt Klaus Aden, geschäftsführender Gesellschafter von LAB. Insgesamt berichten bei den Top-Verdienern 62 Prozent über Bonussteigerungen, bei den Normalverdienern sind es 45 Prozent.
"Nicht nur der Abstand zwischen Facharbeiter und Vorstand wird immer größer, auch in den verschiedenen Managementebenen sind die Zuwächse oben höher als unten", heißt es in der Studie. "Auch die massive öffentliche Kritik an (überzogenen) Managergehältern hat diesen Trend nicht aufhalten können. Die Managerklasse profitiert insgesamt, aber die Topmanager ziehen davon."
Die Personalberatung LAB sieht den Grund darin, dass "die Managermärkte immer knapper werden". Das heißt: Die Unternehmen haben wachsende Schwierigkeiten, geeignetes Top-Personal zu rekrutieren. "Die Führungskräfte sitzen schlicht am längeren Hebel."
wal