Geheimvertrag Auch Möllemann stand auf Kirchs Gehaltsliste
Düsseldorf/München - Wenn noch weitere Millionen-Zahlen an "Freunde" und Lobbyisten bekannt werden - dann wird sich bald niemand mehr ernstlich wundern, dass die KirchMedia in die Zahlungsunfähigkeit gerutscht ist.
Nachdem die Kirch-Affäre bereits die Manager von Bayern München in Erklärungsnot gestürzt hat, warteten viele nur noch darauf, dass neue Verträge mit anderen Vereinen bekannt würden. So ist es nun gekommen: Auch Jürgen Möllemann, FDP-Politiker und Aufsichtsratsmitglied des Fußball-Bundesligisten Schalke 04, hat heimlich Geld vom Münchner Medienkonzern kassiert.
Möllemann selbst räumte inzwischen gegenüber der "Sport-Bild" ein, seine Firma Web-Tec habe eine vertrauliche Vereinbarung mit der KirchGruppe getroffen. Fraglich ist nur noch, wie viel Geld Möllemann erhielt. "Sport-Bild" schreibt, in den Jahren 1995 bis 2000 seien insgesamt zwei Millionen Euro aus München an die Firma des Politikers geflossen.
Als Gegenleistung für die Zahlungen habe Web-Tec Kirch beispielsweise in juristischen Fragen beraten, rechtfertigte sich Möllemann. Er wehrte sich aber gegen den Eindruck, Kirch habe Einfluss auf seine Arbeit für Schalke genommen.
Zweifel daran äußert Clemens Tönnies, der Möllemann als Vorsitzender des Schalker Aufsichtsrates nachfolgte. Tönnies sagte "Sport-Bild": "Herr Möllemann hat den Kirch-Konzern häufig ins Gespräch gebracht, wenn es um Geschäfte ging. Daran können sich auch andere Mitglieder des Gremiums gut erinnern." Tönnies forderte daher, die Protokolle aller Sitzungen des Aufsichtsrates an, um Möllemanns Verbindungen zur KirchGruppe zu überprüfen.