Geldanlage Börsenguru Heller rät zum Risiko
München - Seit März dieses Jahres sei es an den weltweiten Aktienmärkten nahezu ohne Unterbrechung aufwärts gegangen, die Börsen befänden sich inmitten einer Hausse, sagte Heller am Donnerstag in München. Allerdings sitze die Verunsicherung bei den Anlegern nach der Talfahrt zuvor noch immer tief, viele verhielten sich abwartend. "Während in den Boom-Jahren die Gier dominierte, ist es heute die Angst."
Die dreijährige Baisse seit dem Jahr 2000 bezeichnete der Chef der Fiduka-Depotverwaltung und langjährige Partner des Börsenkenners Andre Kostolany als die längste und verlustreichste seit der Krise im Jahr 1929. Nach dem Platzen der Börsenblase und den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hätten betrügerische Pleiten wie etwa Enron, der Niedergang am Neuen Markt und zuletzt der Irak-Krieg den Märkten eine Reihe von Schocks zugefügt. "Ich schätze, dass wir ohne den Irak-Krieg eine um sechs Monate kürzere Baisse gehabt hätten", sagte Heller.
Deutschland habe sich von dieser Talfahrt besonders gut erholt - mit einem Anstieg des Dax um mehr als 60 Prozent seit März dieses Jahres. Der EuroStoxx legte seither um gut 40 Prozent zu. Dennoch seien bei Anlegern noch immer Finanzprodukte mit wenig Risiko gefragt. "Viele parkten ihre Mittel in Geldmarktfonds und kurzfristigen Anlagen, die nur niedrige Zinssätze böten, das ist die falsche Strategie", sagte Heller.