Geldanlage-Studie Immobilienfonds oft besser als ihr Ruf
Hamburg - Seit die Dekabank in einen ihrer Immobilienfonds Bankgelder nachschießen musste, seitdem DB Real Estate und Kanam einen Fonds kurzfristig geschlossen haben - seitdem gelten Immobilienfonds nicht mehr als sicher. Mehr als acht Milliarden Euro haben Anleger in diesem Jahr aus den Immobilienfonds abgezogen, so die Statistik des Bundesverbands Investment und Asset Management.
Den Rentenfonds, gleich den Immobilienfonds gerne als sicherer Hafen für Geld genutzt, ging es zuletzt nicht viel besser. Im zweiten Quartal dieses Jahres gaben die Anleger Anteile im Wert von 2,7 Milliarden Euro zurück. Im ersten Jahresviertel wurden allerdings gut fünf Milliarden Euro in diese Anlageklasse investiert. Auf das Jahr 2006 betrachtet, fanden Anleihenfonds noch immer ihre Anleger, die für über 2,4 Milliarden Euro Anteile kauften.
Eine aktuelle Studie der CE Consulting stellt nun klar: So schlecht sind Immobilienfonds gar nicht, sie haben durchaus Chancen im "Duell robust gegen solide". Zum einen sei das durch deren Wertstabilität begründet. Immerhin liegt die Volatilität dieser Fondsgattung niedriger als bei Anleihenfonds im Allgemeinen.
Zwischen 1980 und 2005 legten Anleihenfonds in der Spitze um 21,2 Prozent zu - stürzten aber auch schon einmal um neun Prozent ab. Bei den Immobilienfonds pendelte die Wertentwicklung nur im positiven Bereich; zwischen 13,4 und 0,5 Prozent im Jahr. Die Studie wurde von der Commerz Grundbesitz in Auftrag gegeben, die selbst Immobilienfonds verwaltet.
Nach Steuern stünden die Besitzer von Immobilienfonds obendrein oft besser da, so die Studie weiter. Das liegt an der Konstruktion dieser Fonds - beziehungsweise der des deutschen Steuerrechts. Zwar muss der Anleger aktuell die Ausschüttungen der Fonds als Einkünfte aus Kapitalvermögen versteuern. Allerdings gilt das nicht für jenen Teil der Erträge, die sich aus Mietzahlungen in ausländischen Objekten speisen.
Die werden regelmäßig bereits im Ausland besteuert und sind daher - sofern das entsprechende Doppelbesteuerungsabkommen es vorsieht - oftmals für den Anleger in Deutschland steuerfrei. Und da die Immobilienfonds immer mehr außerhalb Europas anlegen, sinkt der Anteil von Mieten aus Deutschland und entsprechend auch der steuerpflichtige Anteil. 2005 betrug dieser Anteil nur noch 50 Prozent, so die Studie. Je mehr die Fonds allerdings ins Ausland investieren, umso größer wird auch das Risiko.