Geldgeschäfte im Test: Sichere Anlagen mit Restrisiko - DER SPIEGEL
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Geldgeschäfte im Test Sichere Anlagen mit Restrisiko

Sicher geglaubte Geldanlagen haben sich infolge der Finanzkrise in Luft aufgelöst. Damit das nicht mehr passiert, hat "Finanztest" Wertpapiere auf ihre Sicherheit überprüft. Die Experten erklären, was Anleger beachten müssen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Gegensatz "Geringe Rendite - geringes Risiko" versus "hohe Rendite - hohes Risiko" gilt seit der Finanzkrise nicht mehr uneingeschränkt. Denn viele Investments, die zuvor noch als absolut sicher galten, verloren infolge der Turbulenzen an den Finanzmärkten massiv an Wert. Berüchtigt sind zum Beispiel die Zertifikate der insolventen Investment-Bank Lehman Brothers, die einst als solide Adresse galt.

Wertpapierhandel: Selbst sichere Geldanlagen bergen ein Restrisiko

Wertpapierhandel: Selbst sichere Geldanlagen bergen ein Restrisiko

Foto: A2800 epa Peter Foley/ dpa/dpaweb

Kein Wunder also, dass die Anleger verunsichert sind. Doch ungeachtet der Verwirrungen - einige Grundregeln haben weiterhin Gültigkeit.

Die sichersten Anlagen

Wer sein Geld absolut sicher anlegen will, kann es nur in Bundesanleihen und Pfandbriefe investieren oder auf Tages- und Festgeldkonten bei Banken legen, die durch eine deutsche Einlagensicherung abgesichert sind. Man muss allerdings in Kauf nehmen, dass die Zinsen auf Spareinlagen äußerst gering ausfallen. Die Angebote deutscher Banken liegen großteils unter zwei Prozent, das beste derzeit bei 3,8 Prozent.

Ausländische Banken bieten bessere Zinsen. Anleger sollten aber unbedingt die Sicherungsgrenze für das Spargeld beachten, empfiehlt "Finanztest". Auch die Zahlungsfähigkeit eines Staates, der die Einlagensicherung garantiert, sollten Sparer prüfen. Kunden der zahlungsunfähigen Kaupthing-Bank in Island haben sehr lange um ihr Geld kämpfen müssen.

Wissen, wer der Schuldner ist

Zinsen erhält der Anleger auch für Anleihen. Sie sind so sicher wie die Schuldner, die sich das Geld beim Anleger geliehen hat. Anleiheschuldner können Staaten sein, Banken und Unternehmen. Ein Beispiel dafür, welches Risiko solche Anleihen oder Zertifikate bergen können, lieferte die Insolvenz der amerikanischen Bank Lehman Brothers. Lehman-Opfer können im Moment nur hoffen, dass der Insolvenzverwalter noch etwas für sie herausholt.

Anspruch auf eine feste Rückzahlung

Sicherheit hat ein Anleger aber, wenn er zu Anleihen oder Zertifikaten mit Kapitalschutz greift. Für sie zahlt der Herausgeber am Ende der Laufzeit den Nennwert, die Rückzahlung ist garantiert. Bei Tages- und Festgeld erhält der Sparer in jedem Fall den ursprünglich angelegten Betrag zurück. Wer aber in Aktien, Fonds oder Anleihen ohne Kapitalschutz investiert, weiß nicht was er am Ende zurückerhält. Anleger müssen auch prüfen, wie zahlungsfähig die Bank oder der Anleiheschuldner ist. Rendite und Bewertung der Rating-Agenturen geben dafür erste Anhaltspunkte. Eine Garantie geben sie selbstverständlich nicht.

Das Restrisiko sicherer Geldanlagen

Bei vielen Zinsanlagen weiß der Sparer nicht, wie hoch am Ende die Rendite sein wird. Den Zins für Tagesgeld kann die Bank täglich ändern. Steigen die Zinsen, ist das gut für den Anleger. Derzeit geht der Zins aber nach unten. Feste Zinsen gibt es für Bundesanleihen, Bundesschatzbriefe, Pfandbriefe und in der Regel auch für Unternehmensanleihen. Wollen Anleger aber ihre Anleihe nicht bis zur Fälligkeit halten, sondern vorher über die Börse verkaufen, können sie Geld verlieren. Denn Anspruch auf den Nennwert haben sie nur zur Fälligkeit. Wer jetzt eine länger laufende Anleihe von beispielsweise zehn Jahren mit relativ niedrigem Zinskupon kauft, dem drohen bei einem vorzeitigen Verkauf Kursverluste, falls die Zinsen in den nächsten Jahren wieder steigen. Der Zinskupon verbrieft bei einer Anleihe den Zinsanteil.

Der Wunsch nach Liquidität kostet Geld

Wer auf sein angelegtes Geld jederzeit zugreifen will, braucht liquide Papiere, die jederzeit gehandelt werden. Über ihr Tagesgeld können Sparer immer verfügen. Festgeld wird aber erst am Ende der Laufzeit flüssig. Bundeswertpapiere, wie die Tagesanleihe des Bundes, sind immer verkäuflich, andere Anleihen aber nur in Ausnahmefällen. Egal, welches Papier Anleger wählen, die Angst vor der Geldentwertung bleibt. Inflationsunabhängig sind Sachwerte wie Aktien und Immobilien. Zinsanleger können sich vor der Geldentwertung schützen, indem sie sich Anleihen mit Inflationsschutz ins Depot legen.

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