Geldmenge Greenspan gibt Gas
Tagt die US-Notenbank Federal Reserve, interessiert Banken und Börsianer nur eine Frage: Was geschieht mit den Zinssätzen? Wenig beachtet geblieben ist hingegen die Entwicklung der Geldmenge. Seit 1995 hat sie sich kräftig ausgeweitet, ein Großteil dieser Liquidität ist in die Aktienmärkte geflossen, es war der Treibstoff, der den Börsenboom bis zum Frühjahr 2000 beschleunigt hat.
Danach hat Fed-Chef Alan Greenspan das Geldmengenwachstum etwas gebremst, nun aber gibt er wieder kräftig Gas, um die schwächelnde Wirtschaft zu stimulieren: Die Geldmenge M3 (Bargeld, Spar- und Giroeinlagen) wuchs von Oktober 2000 bis Januar 2001 aufs Jahr gerechnet um zwölf Prozent.
In den guten Jahren ist Greenspan mit dieser Politik glänzend gefahren. Die Inflation wurde nicht angeheizt, die Produktivitätszuwächse konnten die Preissteigerung auffangen. Jetzt aber, da die Wirtschaft kaum noch wächst und die Gewinne sinken, könnte die zusätzliche Liquidität die Inflation schüren.
"Die Fed kennt die Gefahr, aber sie nimmt sie in Kauf", sagt Dresdner-Bank-Chefvolkswirt Klaus Friedrich. "Ihr ist es wichtiger, auf diese Weise eine Rezession zu vermeiden."