Geldpolitik: EZB lässt Leitzins unverändert - DER SPIEGEL
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Geldpolitik EZB lässt Leitzins unverändert

Der Ruf nach noch billigerem Geld verhallt bei der Europäischen Zentralbank ungehört. Die Währungshüter haben die Zinsen für den Euro-Raum unverändert gelassen.
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Frankfurt am Main - Ungeachtet zunehmender Kritik aus Politik und Wirtschaft lässt die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen in der Euro-Zone auf ihrem historischen Tiefstand. Der EZB-Rat entschied am Donnerstag in Frankfurt, den wichtigsten Leitzins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld bei zwei Prozent zu halten.

Angesichts der langsamen Erholung der Konjunktur hatten Volkswirte diese Entscheidung erwartet, weil niedrige Zinsen die Wirtschaft ankurbeln sollen. Die Mehrheit der Ökonomen rechnet inzwischen erst im kommenden Jahr mit einem Zinsschritt der EZB. Zuletzt hatte die Notenbank im Juni 2003 an der Zinsschraube gedreht.

Politiker wie Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) fordern rasch eine Senkung der Zinsen, um mit billigen Krediten die Wirtschaft kräftiger anzukurbeln. Die EZB ist unabhängig und reagiert in der Regel nicht auf politischen Druck. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wollte die Zinsentscheidung am Nachmittag auf einer Pressekonferenz erläutern.

Die Notenbank wird voraussichtlich ihre Wachstumsprognose für dieses und die beiden kommenden Jahre senken. Danach soll das Bruttoinlandsprodukt in der Euro-Zone 2005 nur noch um 1,4 statt 1,6 Prozent wachsen. 2006 wird ein Plus von 2,0 statt 2,1 Prozent erwartet.