Geldpolitik EZB lässt Zinssatz unverändert
Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wie erwartet den Leitzins unverändert gelassen. Der Satz, zu dem sich die Banken in der Eurozone von der EZB Geld leihen, bleibt bei 2,75 Prozent, wie die Notenbanker heute in Frankfurt am Main mitteilten.
Die nächste Zinserhöhung wird von den meisten Ökonomen Ende August erwartet. Die guten Wirtschaftsdaten und die gestiegene Inflationsrate machten weitere Zinserhöhungen notwendig. Wegen der hohen Ölpreise lag die Teuerung in der Euro-Zone auch im Juni mit 2,5 Prozent deutlich über der entscheidenden Zwei-Prozent-Marke.
Zuletzt hatte die EZB im vergangenen Dezember sowie im März und Juni den Satz je um einen Viertelpunkt angehoben. Die Währungshüter wollten vor allem die Inflation durch den Ölpreisanstieg bremsen. Höhere Zinsen gelten als Konjunkturbremse, weil sie die Investitionen für Unternehmen verteuern. Für Verbraucher bringt ein Zinsschritt Freud und Leid: Steigt der Zins, verteuern sich die Kredite, auf Spareinlagen gibt es aber unter Umständen mehr Rendite.
Bereits auf ihrer letzten Sitzung in Madrid hatte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet deutlich gemacht, dass die EZB die Geldpolitik weiter straffen will. Den Zeitpunkt dafür hatte sie aber offen gelassen. Da sich die Konjunktur im Euro-Raum nach neuesten Daten kräftig beschleunigt, geht es um die Frage, ob die Zinsen weiterhin einmal im Quartal um 25 Basispunkte angehoben werden oder ob das Zinsniveau schneller steigen soll. Einige Ratsmitglieder, darunter Bundesbank-Präsident Axel Weber, hatten zuletzt eine schärfere Gangart befürwortet.
kaz/AFP/dpa