PHARMAINDUSTRIE Gemeinsam gegen Pfizer?
Eine Fusion des deutsch-französischen Pharmakonzerns Aventis mit dem Schweizer Konkurrenten Novartis zum zweitgrößten Pharmaunternehmen der Welt nimmt langsam Gestalt an. Gegenüber der französischen Börsenaufsicht bestätigte Novartis-Chef Daniel Vasella vorigen Freitag, »die Möglichkeit eines Zusammenschlusses« zu prüfen. Intern hat Aventis-Chef Igor Landau, der sich mitten im Abwehrkampf gegen eine feindliche Übernahme durch den französischen Konkurrenten Sanofi-Synthélabo befindet, bereits bestätigt, die Schweizer freundlich zu empfangen. Anders als bei einer Übernahme durch den kleineren französischen Konkurrenten Sanofi sieht Landau in einer Fusion mit Novartis eine Stärkung seines Unternehmens. Zusammen würden Novartis und Aventis an den Weltmarktführer Pfizer heranrücken und ihm auf dem wichtigen US-Markt sogar ernsthaft Paroli bieten. Für den expansionsfreudigen Vasella kommt Aventis gerade recht, nachdem sein Versuch, den Schweizer Nachbarn Roche zu übernehmen, an den Eignerfamilien bei Roche gescheitert war. Vasella fällt es nicht schwer, das Angebot von Sanofi an die Aventis-Aktionäre zu überbieten. Anders als Sanofi-Chef Jean-François Dehecq hat er 7,3 Milliarden Dollar in der Kasse und obendrein eine weitaus solidere Aktie zum Tausch anzubieten als Sanofi. Verklausuliert hat Landau sein Jawort bereits gegeben. Am liebsten würde er allein bleiben, so der Aventis-Chef zum SPIEGEL, aber er sei »für andere Möglichkeiten durchaus offen«.