General Motors: 35.000 Mitarbeiter wählen Abfindung oder Vorruhestand - DER SPIEGEL
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General Motors 35.000 Mitarbeiter wählen Abfindung oder Vorruhestand

Der krisengeplagte US-Autobauer General Motors kommt bei seinem Sanierungsprogramm unerwartet schnell voran. Rund 35.000 Mitarbeiter haben einer Abfindung beziehungsweise einer Vorruhestandsregelung zugestimmt.
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Detroit - Der Chef von Generals Motors (GM), Rick Wagoner, sagte, die Erwartungen des Unternehmens seien übertroffen worden. Am Montag nach Börsenschluss hatte GM mitgeteilt, dass bereits 35.000 Mitarbeiter Abfindungs- und Vorruhestandsangebote angenommen haben. Damit liegt das Unternehmen beim Stellenabbau zwei Jahre vor dem selbst gesetzten Zeitplan. Die den Mitarbeitern gesetzte Frist, das Angebot des Sozialplans anzunehmen, endete am Freitag. Die Mitarbeiter haben aber noch sieben Tage Zeit, ihre Meinung zu ändern.

Als Reaktion auf eine schwere Finanzkrise hatte der Opel-Mutterkonzern im vergangenen Jahr angekündigt, 30.000 Arbeitsplätze streichen und zwölf Werke schließen zu wollen. Dieses Ziel könnte nach Angaben des Unternehmens nun bis zum 1. Januar 2007 erreicht werden.

Vor diesem Hintergrund setzt sich GM nun auch ehrgeizigere Ziele beim Abbau der strukturellen Kosten in Nordamerika: Nun sollen acht statt bisher geplanten sieben Milliarden Dollar bis Ende 2006 eingespart werden. An den Finanzmärkten wird das Interesse an der angebotenen Vorruhestandsregelung genau beobachtet: Die Akzeptanz dafür wird als wichtiger Faktor dafür gesehen, ob GM gemäß dem Sanierungsplan in die Gewinnzone zurückkehren kann.

Dem Stellenabbau kommt bei dem Umstrukturierungsprogramm des Konzerns höchste Priorität zu. GM-Chef Rick Wagoner erklärte, man sei nun auf gutem Wege den Anteil der strukturellen Kosten am Umsatz von 34 Prozent im vergangenen Jahr auf 25 Prozent im Jahr 2010 zu drücken. Vorläufigen Zahlen zufolge haben 4600 Mitarbeiter Abfindungen und rund 30.400 weitere Vorruhestandsangebote angenommen. Die meisten von ihnen würden Ende des Jahres aus der Firma ausscheiden oder in Vorruhestand gehen. In dem Zahlenwerk seien keine Daten der früheren GM-Tochter Delphi eingeflossen.

GM sieht sich in Nordamerika mit einem sinkenden Marktanteil konfrontiert und hat 2005 einen Verlust von 10,6 Milliarden Dollar eingefahren. Um Geld in die Kassen zu bekommen, hatte GM jüngst die Mehrheit an seiner profitablen Finanztochter GMAC für 14 Milliarden Dollar verkauft. Zudem gab der weltgrößte Autobauer seine Anteile an Suzuki für zwei Milliarden Dollar ab. Sorgen machen sich derzeit Mitarbeiter in den europäischen Werken der GM-Töchter Opel, Saab und Vauxhall.

Arbeiter in Deutschland, Belgien, Großbritannien, Portugal und Spanien müssen um ihre Jobs bangen, während die Produktion in Niedriglohnländer im Osten abwandert.

tim/AP/Reuters