General Motors Jede zehnte Stelle fällt weg
Detroit - Allein in Europa soll die Kapazität um 400.000 Einheiten bis 2004 gedrosselt und die Belegschaften schon innerhalb der nächsten 18 Monate um mehr als 5000 Beschäftigte gekürzt werden. In den USA will der weltweit größte Automobilhersteller sogar die mehr als 100 Jahre alte Marke Oldsmobile auslaufen lassen. Dies gaben Wagoner und Opel am Dienstagabend bekannt.
Im Opel-Stammwerk Rüsselsheim ist vorgesehen, bereits im kommenden Jahr 1700 Stellen über Vorruhestand und Fluktuation zu streichen. Dies sei aber bereits im Zusammenhang mit dem kompletten Neubau der Fertigungsanlagen in Rüsselsheim in der Planung gewesen, sagte ein Opel-Sprecher.
In einer späteren Version wurde der Abbau von 1700 Arbeitsplätzen auf die gesamte Adam Opel AG mit den drei Werken Rüsselsheim, Kaiserslautern und Bochum bezogen. Fest steht allerdings, dass auch die Entwicklung einer V8-Version des derzeitigen Omega eingestellt wird.
Auf Grund der schwachen Nachfrage des Vectra wird am englischen Standort Luton Anfang 2002 die Pkw-Produktion eingestellt. Dort sollen in den nächsten 15 Monaten 2000 Arbeitsplätze wegfallen. An diesem Standort wird die Produktion des neuen Nutzfahrzeugs Vivaro und des Geländewagens Frontera konzentriert.
Der Opel-Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz kritisierte die überraschende Bekanntgabe dieser Pläne als "Fortsetzung der desaströsen Informationspolitik von GM". Wie schon bei dem Gemeinschaftsprojekt mit Fiat seien die Arbeitnehmervertreter erst unmittelbar vor der Öffentlichkeit - und ohne jede Konsultation - in Kenntnis gesetzt worden.
Oldsmobile stirbt aus
Die Produktion der Traditionsmarke Oldsmobile soll in den nächsten Jahren ausklingen, die Zahl der Mitarbeiter schon im nächsten Jahr um zehn Prozent verringert werden.
Wagoner teilte in Detroit mit, das Unternehmen habe vergeblich versucht, eine profitable Lösung für Oldsmobile zu finden. Der Verkauf der Oldsmobile-Limousinen ist in diesem Jahr um 18,5 Prozent zurückgegangen. Mit der Gründung der Olds Motor Vehicle Co. im Jahr 1897 ist Oldsmobile der älteste Automobilhersteller in den USA.
Der General Motors-Vorstandsvorsitzende Richard Wagoner hat sein Amt in der Mitte des vergangenen Jahres auf dem Scheitelpunkt der amerikanischen Autokonjunktur angetreten. Bereits damals war Wagoner klar, daß es nicht immer so weitergehen würde. Im November ist der Autoabsatz bei GM allein auf dem Heimatmarkt um 8,4 Prozent zurückgegangen.