General Motors Verhandlungen mit Nissan-Renault gescheitert
Detroit - Die Pläne für eine Allianz des US-Autobauers General Motors (GM) mit Renault und Nissan sind vom Tisch. Die Gespräche seien abgebrochen worden, weil sich die Firmen nicht darüber einig geworden seien, ob die Partner von den erwarteten Synergieeffekte gleichermaßen profitieren würden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.
Außerdem seien Renault und Nissan nicht zu einer von GM als Vorbedingung für den Zusammenschluss geforderten Kompensationszahlung bereit gewesen. Nach ihrer Ansicht wäre eine solche Zahlung dem Geist einer erfolgreichen Kooperation zuwidergelaufen. GM habe die Kompensation als Gegenleistung für die Zusage verlangt, keine anderen Bündnisse einzugehen.
Die Fusionsgespräche waren von GM-Großaktionär und Milliardär Kirk Kerkorian angeregt worden. Dieser hält knapp zehn Prozent an dem US-Autobauer, der im vergangenen Jahr Verluste von gut zehn Milliarden Dollar schrieb. GM leidet unter anderem unter der Konkurrenz des japanischen Autobauers Toyota.
Das Scheitern der Verhandlungen ist damit vor allem eine Schlappe für Kerkorian. Dieser hatte die Unternehmensführung stets zu der Kooperation mit Nissan-Renault gedrängt. Er fordert eine harte Sanierung des Autoriesen, der zuletzt einen Verlust von 10,6 Milliarden Dollar eingefahren hat. Nissan-Renault macht dagegen zurzeit Gewinn. Die großen amerikanischen Autokonzerne haben derzeit schwer mit dem schrumpfenden US-Markt zu kämpfen.
Durch das Ende der Verhandlungen stehen für GM wieder andere Kooperationen offen. Seit Beginn der Verhandlungen mit Nissan-Renault im Juli hatte GM-Chef Wagoner auch Gespräche mit US-Konkurrent Ford geführt. Die Gespräche endeten, nachdem Bill Ford von der Spitze des Autokonzerns abgelöst und durch Alan Mullaly ersetzt wurde.
bay/AP/Reuters